Doppelt im Pech: Niklas Süle. © DeFodi/Imago
Sinsheim – Der mit schmerzverzerrter Miene am Boden liegende Niklas Süle war ein Sinnbild für die aktuelle Version von Borussia Dortmund. Erst verletzt, dann im Liegen noch einen Handelfmeter verschuldet: So misslungen Süles Heimkehr beim 1:2 bei der TSG Hoffenheim lief, so holprig taumelt der BVB Richtung Saisonende.
Zu schwach für die Bayern, zu stark für den Rest, zu unbeständig in den beiden Pokalwettbewerben: Dortmund wird zwar die Champions League erneut erreichen, doch die fehlende Konstanz und die im Saisonendspurt schwache Form dürfte die Bilanz kräftig trüben. „Es ist immer nur eine Halbzeit, die wir spielen. Eine Halbzeit sind wir eher Beobachter“, kritisierte Cheftrainer Niko Kovac.
„Es war kein schöner Nachmittag“, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken, der nur kurz über die beiden von Andrej Kramaric verwandelten Handelfmeter sprechen wollte. „Wir haben unsere eigenen Themen und sind uns einig: Wir brauchen nicht mit dem Finger auf den Schiedsrichter zu zeigen. Wir hätten von Anfang an mehr Mut zeigen können“, sagte Ricken.
Die Elfmeter, die Schiedsrichter Daniel Siebert jeweils erst nach Studium der Videobilder pfiff, waren trotzdem das Thema. „Der VAR ist nicht das Problem. Die Handregel ist das Problem. Sie ist für mich absurd“, sagte Kovac. In Halbzeit eins hatte Süle nach seinem Ausrutscher die Körperfläche vergrößert. Spät in der Nachspielzeit streifte dann ein Ball den Arm von Julian Ryerson – den zarten Kontakt hatte im Stadion keiner groß bemerkt. Erst mit Zeitlupe und Videostudium kam es zu einer Diskussion, ob Elfmeter oder nicht.
„Auch hier ist es so, dass Ryerson Fokus auf den Ball hat. Er sieht, wo der Ball herkommt. Die Handposition, die nicht eng am Körper ist, sondern abgewinkelt auf Schulterhöhe, macht die Sache auch unter dem Strich strafbar“, begründete Siebert. Kovac erklärte: „Ich möchte nicht über die Elfmeter diskutieren. Laut der Regel, die wir haben, sind sie klar. Aber sie sind nicht im Sinne des Erfinders.“DPA