Erster ATP-Titel: Mark Wallner und Jakob Schnaitter (re.) – kurz: „SchnaWall“. © Hoppe/dpa
Freut sich auf eine Pause: der müde Alexander Zverev. © Beier/AFP
München – An der fehlenden Unterstützung hatte es nicht gelegen. Partnerin Sophia Thomalla, die während der Woche wegen Drehterminen bisher nicht in München sein konnte, kam pünktlich zum Halbfinale von Alexander Zverev. Wirklich Glück brachte sie ihrem Liebsten am Samstag nicht. Das lag freilich nicht an ihr, sondern am starken Gegner Flavio Cobolli (der am Sonntag das Finale gegen US-Boy Ben Shelton mit 2:6 und 5:7 verlor). Nach Feiern war „Sascha“ nach dem verpassten (vierten) Rekordsieg bei den BMW Open dennoch nicht zumute. „Die Party lasse ich jetzt mal ausfallen, ich glaube, ich muss mich jetzt mal regenerieren“, sagte der Hamburger mit Blick auf seinen heutigen 29. Geburtstag.
Zverev hat nun sechs Tage Pause bis zu seinem ersten Match in Madrid (ab Mittwoch). Die kann er gebrauchen. Seine Erklärung für die Niederlage: „Meine Beine waren nicht mehr da, ich habe sehr viel Tennis gespielt glücklicherweise in den vergangenen Wochen.“
Zverev kam viermal hintereinander (Indian Wells, Miami, Monte Carlo, München) ins Halbfinale – scheiterte aber jeweils dort. Will heißen: Der letzte Schritt fehlt. Ein Sinnbild seiner Karriere. Denn trotz seines Olympiasiegs (2021) und zwei Triumphen beim Jahresfinale der besten Acht (2018, 2021) jagt Zverev weiterhin dem Grand-Slam-Erfolg hinterher. Die nächste Chance bieten die French Open. „Das Hauptziel ist, in Paris das beste Tennis zu zeigen“, unterstrich die deutsche Nummer eins.
Dass es trotzdem auch dieses Jahr einen deutschen BMW-Open-Champion gab, dafür sorgte das Münchner Doppel Jakob Schnaitter und Mark Wallner, das das Franzosen-Duo Aribagge/Olivetto im Teabreak-Krimi mit 6:4, 6:7, 12:10 niederkämpfte. Kurios: Den Return beim Matchball traf der gebürtige Wasserburger Schnaitter mit dem Rahmen – die dadurch entstandene „Lob“-Flugkurve machte ihn unerreichbar.
„Da war das Glück natürlich auf unserer Seite“, gab Schnaitter zu. „Vieles ist in der Woche für uns gelaufen. Aber das muss es vielleicht auch für einen solchen Titel.“ Das Duo spielte sich durch die Qualifikation und gewann vier von sechs Duellen im Match-Tiebreak. Während Schnaitter die Party nach dem ersten ATP-Triumph „sofort“ startete, machte FCB_Fan Wallner noch einen Abstecher in die Allianz Arena.MATHIAS MÜLLER