Meisterlich auf Triple-Jagd

von Redaktion

Bayern nutzt Matchball und feiert 35. Titel – Kompany in Ekstase

Zum Wohle: Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gönnten sich ein Kaltgetränk zur Feier des Tages. © Weller/dpa

Emotionaler Trainer: Vincent Kompany bejubelte den Meistertitel frenetisch – wohl verdient. © DeFodi/Imago

Historische Saison: Der FC Bayern dominierte – der Kakadu (in der Hand von Goretzka) feierte mit. © Beier/AFP

München – Es lief am Sonntagabend die 81. Minute, da trauten sich die Bayern. 4:1 stand es nach einem Gegentor durch Chris Führich (21.) und der mehr als erfolgreichen Aufholjagd mit Treffern von Raphael Guerreiro (31.), Nicholas Jackson (33) Alphonso Davies (37.) und Harry Kane (52.) in diesem Matchball-Spiel gegen den VfB Stuttgart, da wurden die großen Tüten mit den Meister-Shirts inklusive Kakadu-Aufdruck an den Rasenrand gebracht. Keine Viertelstunde – und trotz eines weiteren Gegentreffers von Andrés (88.) – später durften sie endlich übergestreift werden. 4:2 (3:1), Haken dran: Die Bayern sind zum 35. Mal Deutscher Meister – und zumindest eine Mini-Party gab es trotz der großen Ziele, die man in dieser Saison noch hat.

Das „Deutscher Fußball-Meister FCB“ schallte lauthals durch die Alianz Arena, auf der VIP-Tribüne wurde mit Weißbier (Uli Hoeneß) und Champagner (Karl-Heinz Rummenigge) angestoßen, die Spieler rannten mit Kakadu in die Südkurve und Kompany ließ von den Rufen sogar zu einer alleinigen Siegesfaust-Show locken. Ein Moment der bayerischen Glückseligkeit, abgespeichert für all das, was noch folgen soll. Nächster Halt vor dem Showdown in der Champions League gegen Paris in der Woche danach: das Pokal-Halbfinale am Mittwoch (20.45 Uhr) in Leverkusen. Die Bayern reisen meisterlich an.

„Wir haben die Liga dominiert“, sagte Präsident Herbert Hainer, der in dieser Saison wie gegen Stuttgart „Freude, Enthusiasmus und Willen“ gesehen hatte und den frenetisch jubelnden Kompany schon jetzt als „Bild des Jahres“ titulierte. Jamal Musiala ergänzte: „Das ist ein großer Moment für uns. Wir müssen so weitermachen.“ Der Blick richtete sich schnell nach vorne, obwohl Kompany sagte: „Wir müssen diese Momente genießen, weil dahinter viel harte Arbeit steckt, über viele Jahre hinweg, nicht nur in dieser Saison.“ Jeder Titel fühle sich für ihn wie „der erste“ an., „einfach großartig“. Aber zwei oder drei wären natürlich noch schöner.

Dass der Coach enorm rotiert hatte, zeigte sein Vertrauen in den Kader. Ito, Min-jae Kim, Davies, Goretzka, Guerreiro, Musiala und Jackson hießen die acht neuen Spieler in der Startelf – trotzdem hatte der Rekordmeister direkt das Spiel übernommen. Die Antwort auf den Meister-Dämpfer von Chris Führich (21.) folgte prompt. Musiala mit Traum-Vorarbeit für Guerreiro zum 1:1, Jackson nach Diaz-Pass eine gute Minute später mit dem 2:1. Partie gedreht, Davies legte noch vor der Pause nach. 3:1, Deckel drauf. Ab der 42. Minute skandierten die Fans „Deutscher Fußball-Meister FCB“ – das hielt die Bayern aber nicht davon ab, weiterzumachen. Der eingewechselte Kane netzte einen Abstauber ein. Das 4:2 fiel dann, als die Party schon bereit war. Die erste, wohlgemerkt. Kompanys Schlusswort: „Es gibt noch Dinge zu gewinnen.“ Ein Mini-Rausch – und weiter geht‘s.HANNA RAIF, MANUEL BONKE

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