Gekauftes Impf-Zertifikat: Patrick Fischer. © Koller/Imago
Zürich – Alles war vorbereitet: Die Heim-WM (15. bis 31. Mai in Zürich und Fribourg) sollte der krönende Abschluss für den erfolgreichsten Eishockey-Nationaltrainer der Schweiz (dreimal Silber) werden. Dann holte Patrick Fischer die Vergangenheit ein.
Mit einem gefälschten Impfzertifikat war der Coach zu Olympia 2022 in Peking gereist, ein Jahr später dafür von der Staatsanwaltschaft Luzern, die ihm dahinterkam, mit einer Geldstrafe über 38.910 Franken belegt worden. Jetzt wurde der Skandal öffentlich, der 50-Jährige, der mit der „Nati“ zum ersten WM-Vorbereitungsspiel in die Slowakei gereist war, entlassen. Und die eishockeyverrückte Schweiz diskutiert aufgeregt über das Ego eines außergewöhnlichen Trainers und Ethik im Sport.
Fischer hatte seine Verfehlung gegenüber einem Reporter des öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders SRF ausgeplaudert – in einer Drehpause zu einer filmischen Hommage auf den 50-Jährigen.
Der SRF recherchierte, und Fischer kam einer Veröffentlichung zuvor, indem er sich selbst zu Wort meldete, um Verzeihung bat und von einer „persönlichen Notlage“ sprach. Er habe sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen, deshalb bestellte er im Internet ein gefälschtes Zertifikat.
Zwei Tage lang hielt der Schweizer Verband noch an ihm fest, dann feuerte er Fischer. Die Szene der Impfskeptiker feierte Fischer als Märtyrer, eine Online-Petition für die Rücknahme der Kündigung sammelte 250.000 Unterschriften. Fischers Kritiker werfen ihm vor, er habe „sein Ego über die Interessen des Teams“ gestellt. Gerne inszenierte sich Fischer als Mann der Extreme, der zu den Indigenen im peruanischen Dschungel reist – was ihm aber den Ruf eines Esoterikers einbrachte.SID