Musiala wieder magisch

von Redaktion

Offensivstar nach Gnabry-Drama in Topform – „Kein Druck“, aber hohe Erwartungen

Musiala (rechts) drehte gegen den VfB auf. © Weller/dpa

München – Den einzigen Wackler hatte Jamal Musiala am DAZN-Mikrofon. Als der Offensivspieler nach dem 4:2 (2:1) des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart nach einem Meister-Fazit gefragt wurde, verstand der 23-Jährige nur Bahnhof und fragte: „Was ist das?“ Als der Reporter ihm das Wort Fazit dann ins Englische (Summary) übersetzte, fiel der Groschen bei Musiala: „Ah okay, Summary. Danke dir.“

Der Ausnahmedribbler lässt ohnehin lieber seine fußballerische Klasse für sich sprechen. So wie gegen Stuttgart. Seine Vorarbeit zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Raphael Guerreiro nach einer guten halben Stunde Spielzeit erinnerte an magische Musiala-Zeiten: Erst setzte er sich im Dribbling auf engstem Raum im Strafraum gegen zwei Stuttgarter durch, danach behielt er den Überblick und legte perfekt quer.

Pünktlich zur Crunch-Time und nach der schweren Verletzung von Serge Gnabry präsentiert sich der Offensivmann wieder in Topform. „Ich habe das Gefühl, dass Jamal seit der Länderspielpause befreiter spielt. Er wirkt gelöster in seinen Aktionen“, sagte Bayern-Chefcoach Vincent Kompany und erklärte: „Ich möchte nicht den ganzen Druck auf Jamal abladen, das wäre nicht fair. Aber wenn er so weitermacht, wissen wir alle, was wir von ihm erwarten können.“ Vielleicht die entscheidenden Momente für den Triple-Traum? Ausgeschlossen ist das nicht – das weiß auch Kompany, dem bei diesem Thema mehrmals ein Lächeln durch das Gesicht huschte.

Trotzdem ist der Umgang mit dem langzeitverletzten Superstar eine Gratwanderung. Der verletzte Fuß darf nicht überbelastet werden, ansonsten könnte eine erneute Zwangspause drohen. Die medizinische Abteilung der Bayern ist gefordert, die richtige Mischung aus Be- und Entlastung für Musiala zu finden. Gegen Stuttgart wurde er daher bereits zur Halbzeit ausgewechselt. „Das war geplant. Der Trainer hatte gesagt, dass ich zur Halbzeit ausgewechselt werde und mich ausruhen kann. Meinem Fuß geht es schon viel besser“, berichtete Musiala. Auch Sportvorstand Max Eberl sagte: „Die Steuerung war geplant, um am Mittwoch die Frische zu haben.“ Im Pokal-Halbfinale gegen Leverkusen benötigt man Musiala – der Ausfall von Serge Gnabry bringt ihn zurück in eine Schlüsselrolle.

Als „dramatisch“ bezeichnete Eberl die Adduktoren-Verletzung und sagte über den Zustand des 30-Jährigen: „Er ist sehr gefasst, sehr stabil, aber natürlich enttäuscht. Wenn du 30, 31 bist – dann hast du noch eine WM vor der Brust. Es könnte die letzte Chance gewesen sein.“ Aber auch im Hier und Jetzt wiegt das Saison-Aus für den Offensiv-Allrounder schwer. „Wir vermissen Serge furchtbar – sowohl als Fußballer als auch als Mensch“, sagte Joshua Kimmich.MANUEL BONKE, HANNA RAIF

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