Einfach weiter juppen

von Redaktion

Kompany macht‘s wie einst Heynckes – mit Sehnsuchtsort Berlin

FCB-Coach Kompany will mit seinem Team unbedingt nach Berlin. Wie einst Heynckes. © Ruiz, Imago (2)

„Großer Kampf“: Kompany weiß, was in Leverkusen los ist. Letztes Duell (Laimer gegen Culbreath): 1:1. © Weis/IMAGO

Jupp, Jupp, Jupp: Im Jahr 2013 war das Pokalfinale das letzte Saison- und somit Triple-Spiel. © imago

München – Vincent Kompany musste laut lachen, als er auf der Pressekonferenz am Dienstag auf eine mögliche Rolle als TV-Experte bei der anstehenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko angesprochen wurde. „Keine Chance! Keine Chance! Was soll ich jetzt TV-Experte machen in meinem Urlaub? Dann hätte ich nächstes Jahr keine Familie mehr in München.“

Doch bevor es für den Bayern-Cheftrainer in ein paar Wochen in den wohlverdienten Familienurlaub geht, soll er mit seiner Mannschaft nach der Meisterschaft im Idealfall noch das Triple holen. Die erste Zwischenstation auf diesem Weg ist das anstehende Pokal-Halbfinale heute bei Bayer Leverkusen (20.45 Uhr, ZDF).

„Ich glaube, es ist schon das achte Duell in zwei Jahren gegen Leverkusen. Sie hatten zwei unterschiedliche Trainer, aber wir kennen die Spieler gut und wissen genau, was auf uns zukommt“, sagte Kompany und gibt die Marschrichtung für das K.o.-Duell wie folgt vor: „Wir haben im letzten Spiel genau gesehen, welche Emotionen man benötigt – und welche man besser zu Hause lässt. Was wir immer erlebt haben, war ein großer Kampf! Wir erwarten daher dieses Mal auch nichts anderes.“

Die Art und Weise, wie Kompany den gesamten Verein auf die derzeitige „Crunch Time“ vorbereitet, erinnert an der Säbener Straße einige Entscheidungsträger an eine Münchner Trainer-Legende: Jupp Heynckes. „Er findet immer den richtigen Ton, auf seine Art und Weise“, sagte CEO Jan-Christian Dreesen nach dem verwandelten Meister-Matchball am Sonntag über belgischen Fußballlehrer: „Wir haben jedenfalls ein Level erreicht, einen Spirit in der Mannschaft – das macht echt Spaß. Den hat man ganz, ganz selten so und der erinnert mich ein bisschen an vor mittlerweile 13 Jahren.“ Damals führte „Don Jupp“ die Bayern zum Triple.

Dreesen wundert sich auch nicht, dass ein heute 40-Jähriger in die großen Fußstapfen eines damals 67-Jährigen treten kann: „Das ist eigentlich gar nicht verwunderlich, weil es nichts mit dem Alter zu tun. Es hat immer was mit der Ansprache und dem Miteinander mit den Spielern zu tun.“ Juppt sich Vinnie in den kommenden Wochen also zum Pokalfinale oder gar zum Triple-Trainer?

„Ich spüre nicht mehr Druck als sonst. Aber es ist ein Halbfinale über 90 oder 120 Minuten – ab morgen wissen wir, wer nach Berlin fährt“, gibt sich Kompany gewohnt souverän: „Das sind ganz besondere Spiele. Man darf es nicht kleinreden, aber die Abläufe, die Vorbereitung bleibt gleich und wichtig, wie für alle anderen Spiele.“ Ganz neu sind Pokal-Endspiele für Kompany nicht: Als Spieler von Manchester City gewann er zweimal den FA-Cup und viermal den Carabao Cup (zweiter Pokal in England): „Mit dem HSV haben wir das auch nicht geschafft. Aber die Erfahrung aus England und Belgien, wo ich Pokalfinals spielen konnte, nehme ich mit – sollte es jetzt so weit sein.“ Als Trainer von Anderlecht (Belgien) und Burnley (England) jedoch schaffte er es nie in ein Endspiel: „Es gibt immer ein erstes Mal, ich hoffe, das kommt dieses Jahr.“

Dann dürften die Vergleiche mit Trainer-Legende Heynckes sicher nicht weniger werden.MANUEL BONKE, HANNA RAIF, PHILIPP KESSLER

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