Einmal Hall of Fame und zurück

von Redaktion

Nowitzkis 36-Stunden-Ausflug nach Berlin: Basketball-Legende schwelgt in Erinnerungen

Wenn die Technik streikt: Nowitzki las seine Rede zeitweise vom Handy. © Andersen/AFP

Für Dich, Großer: Nowitzki nimmt aus den Händen von Weltverbandschef Sheikh Saud Ali Al Thani die Trophäe für die Aufnahme in die Ruhmeshalle entgegen. © Andersen/AFP

Berlin – 36 Stunden. Länger kann Dirk Nowitzki nicht in Berlin bleiben. Doch seinen großen Moment, die Aufnahme in die Hall of Fame des Weltverbandes FIBA, wollte Deutschlands Basketball-Ikone auf keinen Fall verpassen. So stieg er am Sonntag in seiner Wahlheimat USA in den Flieger, am Mittwoch ist er wieder weg – der Expertenjob bei Amazon Prime und die NBA-Playoffs rufen.

Aber der Abstecher nach „Good Old Germany“ musste einfach sein. „Das bedeutet mir natürlich viel“, sagte der NBA-Champion von 2011 über die Ehrung durch die FIBA, er habe sich „wahnsinnig gefreut, als der Anruf kam“. 2023 war der frühere Star der Dallas Mavericks bereits als erster Deutscher in die Ruhmeshalle der NBA aufgenommen worden, nun folgt er auf internationaler Ebene in den Fußstapfen Detlef Schrempfs.

Schon vor der Zeremonie im Berliner Kraftwerk am Dienstag, wo auch die Auslosung der Gruppen für die WM der Frauen in der Hauptstadt (4. bis 13. September) auf dem Plan steht (siehe Kasten), schwelgte Nowitzki in Erinnerungen. An die ersten Schritte in der Jugend, aber vor allem an WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005. „Wir sind auf dem Podest gelandet, wo nie einer gedacht hat, dass wir das machen können“, so Nowitzki. Olympia 2008 in Peking mit ihm als Fahnenträger sei schließlich das „i-Tüpfelchen“ gewesen.

Lange ist es her, mittlerweile sind auch schon sieben Jahre seit seinem Karriereende in der NBA vergangen. Und die Basketball-Welt ist eine völlig andere – sie wird, zumindest auf FIBA-Level, von Deutschland regiert. Nowitzki beobachtete dabei als Edelfan, wie seine Nachfolger um Dennis Schröder und Franz Wagner den Aufstieg zum Welt- und Europameister schafften.

Da wird sogar der 47-Jährige, der mit Schröder beim EM-Vorrundenaus in Berlin 2015 sogar noch zusammengespielt hatte, etwas wehmütig. „Wenn man mal zurückträumt: Das wäre schon cool, mal in meiner Prime ein Spiel mit denen zu spielen“, sagte der „große Blonde“. Stattdessen fand Nowitzki seine Berufung am TV-Mikrofon, für Amazon analysiert er unter anderem Schröders und Wagners Taten – und alberte dabei letztens launig in einer Lederhose herum.

In seiner Ansprache, bei welcher der Teleprompter zeitweise versagte und Nowitzki vom Handy ablesen musste, dankte er unter anderem seinem Vater Jörg-Werner und Mutter Helga: „Ihr wart die besten Eltern, die man sich vorstellen kann. „Präsident Ingo Weiss vom Deutschen Basketball Bund (DBB) lobte Nowitzki derweil über alle Maßen. „Dirk ist erstens ein extrem guter Sportler, der alles erreicht hat, was man erreichen kann. Er ist immer auf dem Boden geblieben, ein feiner Kerl und ein guter Freund.“ Nowitzki, so Weiss weiter, sei „ein absoluter Leuchtturm im Basketball.“

Neben Nowitzki wurden in der Hauptstadt auch noch die Sue Bird aus den USA, Celine Dumerc (Frankreich), Hidayet Türkoglu (Türkei), Clarisse Machanguana (Mosambik), Wang Zhizhi (China) und Ismenia Pauchard (Chile/posthum) und Ludwik Mietta-Mikolajewicz (Polen) als Trainer mit der besonderen Ehrung bedacht. Nowitzki hatte mit der Nationalmannschaft 2002 Bronze bei der WM in den USA und Silber bei der EM 2005 in Serbien gewonnen.SID

Artikel 2 von 11