Bayerns Frauen können heute Meister werden. © Gamel/dpa
München – Am Mittwoch können die Frauen des FC Bayern eine außergewöhnliche Saison vorzeitig krönen. Mit einem Sieg bei Union Berlin (18 Uhr) wäre den Münchnerinnen die Meisterschaft vier Spieltage vor Saisonende nicht mehr zu nehmen. Es wäre der vierte Titel in Folge und der fünfte in sechs Jahren – die Verhältnisse im Frauenfußball haben sich denen bei den Männern angeglichen, wo der FC Bayern seit Jahrzehnten dominiert. Die Männer haben die 35. Meisterschaft schon eingetütet, die Frauen wollen nachziehen. „Es ist einfach großartig und zeigt aber auch, wie stark der FC Bayern ist“, sagte Sportvorstand Max Eberl: „Es macht einfach Spaß, wenn du als Klub so einen Erfolg hast und man sich gegenseitig ein Stück weit motiviert, sich unterstützt.“
Die Zahlen belegen, wie dominant die Bayern-Frauen in der Bundesliga sind. Aus bislang 21 Spielen holte die Mannschaft 61 Punkte, lediglich beim 0:0 gegen Jena in der Hinrunde wurden zwei Zähler liegengelassen. Das Torverhältnis von 81:6 ist ebenfalls eindrucksvoll, die Bayern-Frauen haben eine um 44 Treffer bessere Tordifferenz als die Verfolgerinnen aus Wolfsburg. Längst haben die Münchnerinnen den VfL als Nummer eins im deutschen Frauenfußball abgelöst, im Supercup und in der Liga gab es drei klare Siege in den direkten Duellen. Weshalb die Bayern-Frauen auch im Finale des DFB-Pokals am 14. Mai gegen Wolfsburg die Favoritenrolle einnehmen. In dieser Saison gelang auch erstmals seit fünf Jahren wieder der Sprung ins Halbfinale der Champions League, am Samstag findet das Hinspiel gegen den FC Barcelona in der Allianz Arena (18.15 Uhr) statt.
„Der Hauptgrund ist die Qualität und das Talent des Kaders. Wir haben so viele gute Spielerinnen. Und wenn viele gute Spielerinnen zusammenspielen, dann ist das Ergebnis, dass man dominieren kann“, erklärte Trainer José Barcala. Aber auch der Spanier selbst hat großen Anteil am Erfolg. Er trat im vergangenen Sommer die Nachfolge des zu Angel City gewechselten Alexander Straus an und entwickelte das Team weiter. Vor allem in der Offensive sind die Münchnerinnen unberechenbarer und noch gefährlicher geworden. Mit dem Ergebnis, dass beim FC Bayern die Frauen und die Männer noch vom Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Gewinn der Champions League träumen dürfen. „Ich weiß gar nicht, ob es das im europäischen Fußball schon mal gab“, sagte Max Eberl.CHRISTIAN STÜWE