Heiliger Strohsack! Holy Sack of Straw! Es wird ernst! Heute in sieben Wochen beginnt die Fußball-WM beim unterhaltsamen Donald. Das ZDF redete sich gestern schon mal warm. Chris Kramer und Per Mertesacker analysierten, ob Bayern auf dem Weg zum Zwei-Drittel-Triple ist. Ein Ausscheiden der Kompany-Wunderknaben war zwar so wahrscheinlich wie ein Pinguin in der Sahara oder wie Thomas Müller im Schweigekloster. Aber der Raumdeuter weiß: Es sollen schon Pferde vor der Apotheke rückwärts gegessen haben.
Das Gedöns: Ohne Jochen Breyer und KMH nutzte Kollege Voss hurtig seine Chance. Sven nicht jetzt, wann dann? Vossi griff nach jedem Strohhalm, after every Strawhalm, um Spannung herbeizureden. Er hoffte, dass sich die Kompanys „einlullen lassen“. Beim Fragenstellen ist das Zweite noch nicht ganz in WM-Form. Voss erkundigte sich bei Max Eberl: „Stimmt die Beobachtung, dass aus vielen Top-Einzelspielern eine Mannschaft geworden ist?“ Antwort: Jawollchen! Johanna Rüdiger wollte von Meister-Vincent wissen: „Reizt Sie dieser Gedanke, endlich den Schritt ins Pokalfinale zu gehen?“ Es hätte arg überrascht, wenn Kompany nur ungern nach Berlin fahren würde. Das üben wir noch, dann wird’s schon, ZDF!
Die Experten: Während Chris Kramer in den Amazon-Menschenaufläufen ein wenig untergeht, bleibt er beim ZDF der King of Kompetenz. Der Eloquenzler wusste, dass „Bayer 2029 wieder Meister werden will“. Die Frage ist halt, ob im Tischtennis oder im Zehenwrestling. Sven Voss ahnte, dass Kompany beinahe „übers Wasser gehen kann“. Und so stellte er Per Mertesacker die kurioseste Frage des Abends: „Wenn der FC Bayern ein Tier wäre, welches?“ Der Weltmeister antwortete: „Im Moment sind sie wie ein Löwe unterwegs.“ Nach diesem kauzigen Bayern-1860-Vergleich haben zahllose FCB-Fans zu Sky umgeschaltet.
Der Kommentator: Oliver Schmidt klang fast schon WM-reif. Er wusste, dass Leverkusen zuletzt „die größte Nervensäge im bayerischen Fußballkosmos“ war. Nach dem 1:0 fand er eine hübsche Beschreibung für Abwehrspieler-Nervensäge Harry Kane: „Der, der immer trifft.“ Seine pfiffigste Anmerkung zur Bayern-Überlegenheit klang so: „Ich hab nochmal durchgezählt: Es sind Elf gegen Elf.“ Mit dem FCB ist halt immer zu rechnen.