Da hat einer Grund zur Freude: Elis Hede erzielte sein erstes Länderspieltor. © DEB/City-Press
Kaufbeuren – Deutschland gegen die Slowakei im Eishockey – war da nicht erst was? Ja, im Februar. Olympia-Turnier in Mailand, das Viertelfinale, für die Deutschen fast schon als glückliche Fügung wahrgenommen. Und dann, nach der 2:6-Niederlage, als verpasste Chance. „Das Thema Revanche“, sagt Bundestrainer Harold Kreis nun, „ist mir schon in den Sinn gekommen.“ Doch als er am Donnerstagabend in der Kaufbeurer Arena stand, war ihm klar: „Viele Spieler, die hier sind, waren in Mailand nicht dabei.“ In seinem derzeitigen Nationalteam kein einziger. Daher: Es war ein ganz normales Vorbereitungsspiel auf die WM in der Schweiz (ab 15. Mai), die Kader werden sich bis dahin noch verändern. Festzuhalten bleibt: Das aktuelle Deutschland bezwang die momentane Slowakei vor 2426 Zuschauern mit 3:1 (0:1, 2:0, 1:0).
Der Start in die dritte Testpartie (zuvor zwei Niederlagen in Tschechien) war schwergängig. In den ersten fünf Minuten handelten sich die Deutschen zweimal ein Unterzahlspiel ein und gerieten wenig verwunderlich in Rückstand (Fasko-Rudas, 6.). Unzufriedenheit in den DEB-Reihen. „Seit eineinhalb Wochen reden wir über unsere Identität“, so Stürmer Tim Fleischer, „aber wir spielen zu langsam, halten die Scheibe zu lange.“ Im zweiten Drittel fand die Mannschaft dann zu dem Stil, den sie spielen will. „Wir haben unsere Beine benutzt“, umschrieb es Elis Hede. Der Noch-Straubinger und künftige Münchner erzielte zwölf Sekunden nach Wiederbeginn das 2:1, vor den Augen seines aus Finnland angereisten Vaters Niklas sein erstes Länderspieltor. Vor allem der Straubinger Sturm wirbelte, der Druck auf die Slowakei nahm zu, Nino Kinder erzielte das 2:1 (29.).
Harold Kreis‘ Auswahl hatte Schwung aufgenommen, die Spieler agierten selbstsicher. Daniel Fischbuch, einer der Routiniers mit schon ein paar WM-Teilnahmen und nun wieder guten Nominierungsaussichten, stellte im Powerplay auf 3:1 (45.). Und hinten hielt Torwart Niklas Treutle aus Nürnberg, mit seinen mittlerweile 34 Jahren noch einmal in der Nationalmannschaft eingesprungen, souverän dicht. Unterm Strich stand der erste Sieg in der diesjährigen WM-Vorbereitung; es folgen noch vier Matches, das nächste am Samstag (17 Uhr) noch einmal gegen die Slowakei in Augsburg.
Kaufbeuren erlebte am Donnerstagabend übrigens eine Doppelveranstaltung: Weil die Weltmeisterschaft der Frauen fortan nicht mehr im April, sondern im November stattfindet, ist am Ende dieser Saison noch Platz für Länderspiele. Der DEB ließ also auch die Frauen auflaufen, sozusagen als Vorband. Und wie das manchmal so ist: Das Rahmenprogramm kann besser sein als erwartet: 5:1 gewannen die deutschen Frauen (ohne einige ihrer Stammkräfte und ohne Spielerinnen aus Übersee) gegen die eigentlich höher einzuschätzende Schweiz, die jedoch mit kleinem und jungem Kader (gebildet aus den Jahrgängen 2004 bis 09) angetreten war. Für die Frauen-Sparte gab es außerdem die Nachricht, dass der Verband fortan jährlich 100.000 Euro in die Bundesliga investiert.GÜNTER KLEIN