Mailand – Als hätte die Formel 1 nicht gerade genug zu tun wegen der großen Kritik an den immer künstlicher werdenden Rennen. Nachdem die Verantwortlichen Anfang der Woche den Weg für Reglement-Anpassungen bereitet haben, drohen jetzt zwei Skandale, die Königsklasse zu erschüttern. Dabei geht es um Sex und Drugs, aber nicht um Rock`n`Roll – sondern um hohe Steuerschulden. Das alles in Italien.
Skandal Eins: Ein explosiver Prostitutionsskandal rund um die High Society und auch Profis der Serie A sorgt in Mailand gerade für Aufsehen: Mitten im Netz aus Luxus-Partys, Escort-Services und dubiosen Deals soll plötzlich auch ein Formel-1-Fahrer aufgetaucht sein. In abgehörten Gesprächen fiel offenbar der Hinweis auf einen F1-Piloten als möglichen Kunden. Im Zentrum steht eine Mailänder Eventfirma, die laut Behörden ein regelrechtes Luxus-Imperium aufgebaut haben soll. Über 100 Frauen, exklusive Partys, „All-inclusive“-Pakete für Superreiche mit mehr als nur Gesellschaft. Die Vorwürfe: Ausbeutung, Prostitution, Drogenhandel und Geldwäsche. Vier Manager sitzen bereits in Hausarrest, Vermögen in Millionenhöhe wurde einkassiert.
Doch damit nicht genug: Das italienische Finanzamt nimmt Fahrer und Teams ins Visier und untersucht, ob Einnahmen aus Rennen in Italien korrekt versteuert wurden. Denn ausländische Sportler müssen ihre Einnahmen direkt im Land versteuern, in dem sie auftreten. Dabei geht es hauptsächlich um die Rennen in Monza, Imola und Mugello.
Die Behörden gehen offenbar in die Offensive: Fahrer wurden bereits kontaktiert, die Prüfungen reichen Jahre zurück, unter anderem werden Verträge und Sponsoren-Deals durchleuchtet. Das Problem: Ab 50.000 Euro hinterzogener Steuer droht in Italien sogar eine Strafanzeige!RALF BACH