ZUM TAGE

Ein bisschen mehr Gegenwehr, bitte!

von Redaktion

Die Dominanz des FC Bayern

Die Dominanz der Bayern in dieser Saison ist beeindruckend: 15 der letzten 16 Pflichtspiele hat der Rekordmeister gewonnen – und Fußballdeutschland nimmt diese Serie fast schulterzuckend hin, weil sie in dieser Saison nicht weiter groß auffällt.

Denn schon die gesamte Spielzeit schwebt der FC Bayern in einer eigenen Liga – was für den Rekordmeister erfreulich ist, dem Rest Fußballdeutschlands aber zu denken geben sollte. Denn es ist fast schon irritierend, wie kampflos Leverkusen die Partie am Mittwoch hergeschenkt hat. Die Werkself – in den vergangenen Jahren immerhin so etwas wie der Angstgegner der Bayern und in der vergangenen Saison noch deren Endstation im Pokal, empfing den FCB immerhin zu Hause – aber ging die Partie an wie sonst ein Abstiegskandidat in der Allianz Arena: hinten einmurmeln und schauen, ob sich per Konter irgendwas nach vorn ergibt. Dass das in 99 Prozent der Fälle nicht funktioniert, zeigten 99 Prozent der Bayernspiele in dieser Saison.

Und so wirkte es fast irritierend, dass Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand auf die Frage, ob er den Münchnern nun auch auf dem Weg zu einem möglichen Champions-League-Titel die Daumen drücke, antwortete: „Ja, natürlich. Unabhängig von unserer Situation wünschen wir uns immer, dass deutsche Mannschaften gut abschneiden und Koeffizientenpunkte sammeln. Ich wünsche dem FC Bayern alles Gute in der Champions League.“

Diese diplomatische Antwort ergibt natürlich Sinn, verdeutlicht aber nochmals, wie wenig konfliktfreudig – und damit zumindest auf einer möglichen Ebene widerstandsfähig – die Werkself dieses Halbfinale angegangen ist. Für den FC Bayern ist es fraglos nett, durch das demütige Auftreten von Vincent Kompany derart sympathisch zu sein, dass sich selbst die Konkurrenz Kampfansagen spart.

Der Rest der Liga sollte sich aber schleunigst einen Plan zur Gegenwehr überlegen, sonst könnte der deutsche Fußball in den kommenden Jahren ganz schön langweilig werden. Und auch, wenn es fair ist: Man muss dem Gegner, gegen den man gerade ausgeschieden ist, ja nicht auch noch öffentlichkeitswirksam in den anderen Wettbewerben die Daumen drücken. Dann wirkt es zumindest nach etwas mehr Kampfbereitschaft.

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