Deutsch mit finnischen Puzzlestücken

von Redaktion

Niklas Hede wechselt nach München – Nur zwei EHC-Spieler sind Kandidaten für die WM

Die WM ist greifbar nahe: Niklas Hede. © DEB/City-Press

Kaufbeuren/München – Eishockey-Ausrüstungen verwandeln Menschen.

Elis Hede auf dem Eis: Er wirkt kompakt, bullig, wie einer, der mit körperlicher Wucht Schneisen schlägt, sich seine Wege erzwingt und das schon sehr lange macht.

Elis Hede nach dem Spiel off-ice und ohne Montur: Er ist irgendwie kleiner als seine offiziellen 1,78 Meter, er ist schmal, die Muskelberge, die all die Protektoren hätten vermuten lassen, gibt es nicht. Er sagt über sich: „Physisch muss ich sicher noch besser werden.“

25 ist Elis Hede und neu in der deutschen Nationalmannschaft. Am Donnerstag in Kaufbeuren gegen die Slowakei gelang ihm sein erstes Länderspieltor, das 1:1 nach zwölf Sekunden des zweiten Drittels war eine wichtige Etappe auf dem Weg zum 3:1-Sieg. Hede hat gute Chancen, bei der WM in der Schweiz (ab 15. Mai) dabei zu sein. Seine Sturmreihe funktioniert: Danjo Leonhardt und Stefan Loibl sind seine Nebenleute, sie alle kommen von den Straubing Tigers.

Die Tigers haben schon kommuniziert: Elis Hede wird sie verlassen. Sein neuer Club hat ihn noch nicht als Zugang gemeldet, aber es ist längst klar: Hede schließt sich dem EHC Red Bull München an. Seine Bestätigung ist ein wissendes Lächeln. Angesichts der Familiengeschichte ist der Wechsel auch nicht überraschend. Niklas Hede (56), der Vater, verbrachte die letzten zwei Jahre seine Spielerkarriere beim EHC München in der zweiten Liga, wurde 2010 zum Aufstiegshelden.

Später arbeitete er für München und Salzburg, nach dem Red-Bull-Einstieg der Schwester-Club, in diversen Positionen, beim EHC während der Corona-Zeit auch mal als Chefcoach an der Bande, als Don Jackson erkrankt war. Vor einem Jahr kehrte Niklas Hede in seine finnische Heimat zurück. Zu den Länderspielen des Sohnes reiste er nun an. „Für mich eine Extra-Motivation“, so Elis.

Er hat vieles von seinem Vater, wie er findet: „Die Skills, den Hockey-IQ, die schlittschuhläuferische Stärke.“ Trotzdem ist er multikulturell geprägt: „Aufgewachsen bin ich in Deutschland, hier habe ich mit dem Eishockey angefangen, dann war ich kurz in Finnland, ab 14 vier Jahre in der Akademie in Salzburg und eines in Chicago.“ Er spielte in der US-Juniorenliga. „Mein Stamm ist von Deutschland“, sagt er, „und es kommen einige finnische und amerikanische Puzzlestücke dazu.“

Interessanterweise hat er keine U-Länderspiele in seiner Vita stehen: „In Finnland gab es keine U14-Nationalmannschaft.“ Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) entdeckte ihn sozusagen mit Verspätung: 2022 kam Hede in die DEL: Nürnberg, Straubing. 18 Hauptrundentreffer erzielte er 2025/26 für die Niederbayern. In München hatte der erfolgreichste Schütze, Jeremy McKenna, 17. Hede wird eine Verstärkung sein.

Schafft er es zur WM, wird Hede das Turnier offiziell noch als Straubinger spielen. Die Münchner Fraktion wird klein ausfallen in der Nationalmannschaft. Kommende Woche zu Phase drei der WM-Vorbereitung werden nach Informationen unserer Zeitung lediglich Verteidiger Phillip Sinn und Stürmer Maxi Kastner nominiert werden.

Yasin Ehliz erbat eine Pause, andere sind verletzt (Mathias Niederberger), in der Liga gesperrt (Fabio Wagner) oder überzeugten den Bundestrainer nicht.GÜNTER KLEIN

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