Heiß auf Bayern

von Redaktion

Stuttgart übersteht Pokal-Drama – und freut sich auf das Finale gegen den Rekordmeister

Später Schock für Freiburg: In der 119. Minute entschied Stuttgart das Halbfinale. © Weller/dpa

Zielsicher aufgereiht: Die große Party wollen Deniz Undav (l.) und Co. erst nach dem Finale in Berlin feiern. © Screenshot

Der Mann des Abends: Tiago Tomás erzielte in der Verlängerung den entscheidenden Treffer. © Rudel/Imago

Stuttgart – An eine ausgelassene Party war kurz nach Mitternacht nicht mehr zu denken. Einer nach dem anderen schleppten sich die Pokalhelden des VfB Stuttgart um Matchwinner Tiago Tomás nach ihrer „unglaublichen Energieleistung“ aus der Arena, nur die weißen Pokal-Brillen erinnerten noch an den erneuten Einzug ins Finale von Berlin. „Ich kann nicht mehr“, sagte ein völlig erschöpfter Deniz Undav nach dem packenden Halbfinal-Krimi gegen den SC Freiburg, „aber es hat sich gelohnt.“

Und wie! Es gebe nur „wenige Sachen, die schöner sind“ als das Pokalfinale im Olympiastadion, betonte Undav. Nach dem dramatischen 2:1 (0:1) nach Verlängerung gegen Freiburg darf der VfB erstmals in seiner Vereinsgeschichte zum zweiten Mal in Folge in die Hauptstadt reisen – und lechzt spätestens nach dem Triumph gegen Arminia Bielefeld im vergangenen Jahr nach Titeln. Obwohl, oder gerade weil am 23. Mai die größtmögliche Aufgabe auf die Schwaben wartet.

„Ich freue mich, dass es die Bayern sind“, versicherte Trainer Sebastian Hoeneß am ARD-Mikrofon mit Blick auf das Highlight-Spiel gegen den frisch gekürten Meister. Denn: „Ein Pokalsieg im Finale gegen die Bayern, da geht nichts mehr drüber“, erklärte Hoeneß: „Jetzt haben wir die Chance.“

Doch der VfB ist gewarnt. Schließlich habe man in dieser Saison bereits mehrfach „gesehen“, zu was die Bayern „imstande sind“, mahnte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Alle drei Spiele gegen die Münchner gingen verloren, Torverhältnis 3:11. „Wenn wir zehnmal gegeneinander spielen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir sehr viele Spiele verlieren“, gab Hoeneß zu, „aber wir müssen ja nur eins spielen.“

In dem müsse man eben „beten, dass sie Fehler machen und wir die ausnutzen“, sagte Undav, betonte jedoch: „Das wird sehr, sehr schwer.“ Aber, da sind sie sich beim VfB einig, eben nicht unmöglich. Ein Triumph in Berlin gegen die Bayern wäre jedenfalls zweifelsohne die Krönung einer erneut starken Saison, die, so Hoeneß, ja auch in der Liga noch lange „nicht zu Ende“ ist. Entsprechend kam der Trainer den Aufforderungen der Fans nicht nach, doch bitte „auf den Zaun“ zu kommen. Noch sei der „richtige Moment“ dafür nicht da, meinte Hoeneß: „Wir haben noch viel vor.“

An den verbleibenden vier Spieltagen kann sich der VfB zum zweiten Mal in drei Jahren die direkte Qualifikation für die Champions League sichern.

Undav (70.) und Tomás (119.), der mit seinem Traumtor kurz vor Schluss das Stadion explodieren ließ, stellten dies sicher. Der verständliche Schiri-Frust der Freiburger nach einem aberkannten Treffer von Lucas Höler war bei allem Mitgefühl schnell vergessen. „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“, hallte es durch die Arena.SID

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