„Veränderung braucht Raum“

von Redaktion

Beide Kapitäne der Löwen müssen gehen: Coach Kauczinski erklärt 1860-Kahlschlag

Stellte sich dem Fragengewitter: Kauczinski in der PK.

München – Pflicht-Presserunde nach dem Personal-Knall vom Donnerstag – und Markus Kauczinski holte sich erst mal eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. „Heute brauche ich das mal“, brummte er. Kauczinski wusste, dass es länger dauern könnte – und so kam es auch. Eine geschlagene halbe Stunde dauerte sein Auftritt, bei dem der eigentliche Anlass – das Heimspiel am Samstag gegen Ulm (14.03 Uhr, BR live) – zur Randnotiz geriet.

Natürlich drehte sich das Fragengewitter um das Personalbeben vom Vortag, als gleich sechs Profis mit auslaufendem Vertrag den Laufpass bekamen – ein Kahlschlag ohne Vorwarnung, in dieser Wucht bemerkenswert.. Einer der Aussortierten: Kapitän Jesper Verlaat. Kauczinski stellte auf Nachfrage klar, dass er die Entscheidung von Geschäftsführer Manfred Paula mitträgt – und nahm sich anschließend viel Zeit, um die Beweggründe darzulegen.

„Wir haben das gemeinsam entschieden“, betonte der 1860-Coach mehrfach. Es gehe nicht um einzelne Namen, sondern um die grundsätzliche Ausrichtung: „Veränderungen brauchen Raum.“ Nach einer Saison, in der die Löwen ihre Ziele verpasst haben, sei klar gewesen: „Mit der gleichen Konstellation wieder ins Rennen zu gehen, war für uns keine Option.“

Kauczinski sprach offen über den Spagat zwischen Emotion und Notwendigkeit. „Das ist menschlich schwer“, sagte er, „aber in der Sache muss man sich entscheiden. Wir haben es nicht geschafft, konstant zu sein. Viele Dinge haben wir nur phasenweise umgesetzt.“

Dass die Entscheidungen bei Fans und Umfeld für Unverständnis sorgen, kann der Coach nachvollziehen. „Jeder hat seine Vorlieben“, sagte er, „deshalb fällt eine Trennung schwer.“ Gerade bei langjährigen Leistungsträgern wie Verlaat sei das emotional verständlich – ändere aber nichts an der Analyse der sportlichen Lage.

Für die verbleibenden Wochen der Saison versucht Kauczinski, den Fokus nach vorne zu richten. „Es ist ein Kampf um die Stimmung und die Energie“, gab er zu. Auf Nachfrage unserer Zeitung verriet er, dass Thore Jacobsen Kapitän bleiben soll. Brisant: Dessen Berater hatte öffentlich gegen Paula geschossen – ein Nebengeräusch, das Kauczinski demonstrativ ausblendet: „Wer spielt, übernimmt Verantwortung.“

Personell bleibt die Lage angespannt, mehrere Defensiv-Ausfälle zwingen den Trainer zum Improvisieren. Viererkette oder flexible Lösungen – vieles ist denkbar. Klar ist nur: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen!“ Kauczinski fordert genau das, was seiner Mannschaft zuletzt fehlte: „Energie, Leidenschaft und Konsequenz.“ULK

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