Der Blick geht schon Richtung Paris: Auf die Führungsspieler Harry Kane (l.) und Joshua Kimmich wird es besonders ankommen. © Kneffel/DPA
Ein Spiel für Fußball-Feinschmecker: Titelverteidiger Paris empfängt am Dienstag die Bayern zum Halbfinale. © Gambarini/dpa
München – Bevor es für den FC Bayern am Montag nach Paris in die Stadt der Liebe geht, wird ein unliebsamer Zwischenstopp in der goldenen Stadt eingelegt: Samstag beim FSV Mainz 05 (15.30 Uhr, Sky). Biederer Bundesliga-Alltag statt schillernder Champions-League-Nacht. Prompt wurde Bayern-Chefcoach Vincent Kompany von einem französischen Journalisten gefragt, was er denn zu Paris Saint-Germain zu sagen habe. „Es tut mir leid für Sie, Sie sind von weit her gekommen“, antwortete er. „Aber ich werde nichts zu Paris sagen. Wir spielen gegen Mainz, das ist ein Bundesligaspiel. Wir wollen die drei Punkte.“
Dem belgischen Fußballlehrer kauft man diese Herangehensweise zwar ab, aber wie viel Paris steckt schon in den Köpfen seiner Mannschaft? „Wir sind alle Menschen, wir hatten ähnliche Situationen vor einigen Wochen mit den zwei Madrid-Spielen. Die sind so groß, dass man die nicht wegdenken kann. Das werde ich auch nie behaupten“, sagte Kompany am Freitag im Pressestüberl an der Säbener Straße und erklärte: „Aber als Trainer kann ich ein Vorbild sein: Wie machen wir die Vorbereitung? Wie ist die Ansprache?“
Kompany rotiert
Obwohl Kompany das Spiel trotz der vorzeitigen Meisterschaft mit der nötigen Seriosität angeht, wird er seine Mannschaft gegen die Rhein-Hessen wohl ordentlich durchrotieren: „Ich glaube, Urs Fischer würde das gleiche machen in meiner Position: Es könnte sein, dass es in Sachen Belastungssteuerung Veränderungen geben wird. Ich möchte die Jungs aufstellen, die sich keine Gedanken machen müssen, weil sie frisch sind.“ Jeder werde laut dem Münchner Trainer seine Rolle in den näcshten Wochen spielen, „aber erstmal totale Priorität auf Mainz. Und vernünftige Entscheidungen treffen.“
Das Zwischenspiel in Mainz bietet dem 40-Jährigen die ideale Möglichkeit, um den einen oder anderen Nachwuchsspieler Bundesliga-Luft schnuppern zu lassen. Gleich neun Talente feierten in dieser Saison ihr Profidebüt, mit zehn eingesetzten U20-Spielern stellte der deutsche Rekordmeister den Ligarekord von Schalke 04 aus der Saison 1980/81 ein. „Das ist ganz was Außergewöhnliches“, sagte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund. Kompany ergänzte: „Für mich geht es nur darum, dass wir weiter unsere Spieler gewinnen und die Jungs sich ihre Chancen verdienen.“ Mainz bietet die perfekte Bühne für das Projekt Bayern-Jugend forscht, das hochkarätige Duell in Paris eher nicht.
MANUEL BONKE