Jamal Musiala setzte gut gelaunt zum Selfie an, Michael Olise war weniger erfreut…
Musiala erzielte nach Olise-Vorarbeit das 3:3 und war am Siegtreffer von Kane beteilig. © Wittek/EPA
Mainz – Einmal im Fotoalbum der Familie Musiala auftauchen? Nun ja, Michael Olise hatte am späten Samstagnachmittag die Chance dazu – aber er wollte sie nicht nutzen. Als Jamal Musiala nach dem 4:3 (0:3) des FC Bayern in Mainz noch auf dem Rasen sein Handy zückte, zeigte der Franzose daher einfach den Mittelfinger in die Kamera. Natürlich ein Spaß, so mittellustig, aber wer wollte es ihm verübeln? Junge Burschen, die gerade ein Spiel gedreht hatten, dürfen auch mal Flausen im Kopf haben.
Es gab trotzdem schönere Motive des Duos von diesem Tag. Beide beim Stand von 0:3 eingewechselt – Olise kam wie Siegtorschütze Harry Kane zur Halbzeit, Musiala zwölf Minuten später –, beide in tragender Rolle bei der fulminanten Aufholjagd. Olises Traumtreffer zum 2:3 ist schon vor der Nominierung das Tor des Monats, Musiala erzielte nach Olise-Vorarbeit das 3:3 und war am Siegtreffer von Kane ebenso beteiligt. Ein dicker Gruß nach Paris unter dem Motto: Pünktlich zur Crunchtime ist das Sorgenkind wieder magisch. Genauso sah es auch Vincent Kompany.
„Dieser Jubel, dieses Lachen – wenn ein Offensivspieler das hat, ist alles gelöst“, sagte der Coach über die herrlichen Musiala-Szenen in der Team-Traube. Er nutzte die Gelegenheit aber auch dazu, darauf hinzuweisen, dass es auch bei ihm „nicht immer nur bergauf gehen kann“. Der Knoten ist nun geplatzt, Musiala ist außerdem „mannhafter“ als vor seiner schweren Verletzung. Und daher genieße man einfach, „was er uns gibt“.
Was für Musiala seit ein paar Wochen gilt, gilt für Olise schon die ganze Saison. „Er hat die Messlatte so hoch gelegt, dass ich fast enttäuscht wäre, wenn der Ball nicht hereingegangen wäre“, sagte Kompany lachend über die Szene, in der 33.305 Zuschauer die Flugkurve des Balles nicht verstehen konnten. „Absurd“ ist das Wort, das Kompany wählte – Nadiem Amiri fügte an: „Für mich ist er der beste Spieler der Welt.“ Nur schade, dass es kein gutes Erinnerungsfoto gibt.HANNA RAIF