Abflug ins Glück: 1:0-Schütze Tim Dahof. © IMAGO / Oryk HAIST
München – Der personelle Schnitt beim TSV 1860 ist angekündigt– jetzt richtet sich der Blick auf die Reaktionen. Während Vorzeigelöwe Jesper Verlaat sichtbar an seinem Zwangsabschied zu knabbern hat, lässt Thore Jacobsen seinen Berater sprechen – und seine Leistung, die beim 3:2-Sieg gegen Ulm kapitänswürdig war. Raphael Schifferl hat sich derweil öffentlich geäußert.
Weiter in der Schwebe: Tim Danhof. Auch der Vertrag des Außenstürmers endet nach der Saison, Gespräche laufen – eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Danhof sammelt Argumente. Sein Auftritt gegen Ulm ist eines davon. Sein Moment kommt in der 74. Minute: Frei–stoß, Schlenzer über die Mauer – 1:0. „Wir machen die im Training auch öfter, dann kann man es auch mal versuchen“, sagt er nüchtern.
Ein Treffer in einer Phase, in der 1860 zuvor sechs Spiele lang sieglos geblieben war. „Dann braucht man irgendwann so einen Dosenöffner“, sagt Danhof. Vor dem Schuss habe er sich mit Volland abgestimmt: „Wir hatten noch nicht viele Freistöße aus der Position. Ich habe mit Kev kurz geredet. Es ist nicht der erste Freistoß, den ich mir im Laufe meiner Karriere genommen habe.“
Nach dem Spiel ordnet er den Sieg ein: „Nach sechs sieglosen Spielen tut das enorm gut. Wir haben jetzt noch vier Spiele, drei in der Liga – danach das Pokalfinale. Da heißt’s: Alles reinlegen und sich gebührend von der Saison verabschieden.“
Auch von den Löwen?
„Wir sind in Gesprächen“, so der gebürtige Oberfranke, „mehr kann ich dazu nicht sagen. Es ist kein Geheimnis, dass ich mich wohlfühle – auch zusammen mit meiner Freundin. Der Rest wird sich zeigen.“
Was für Danhof spricht: Er ist im besten Fußballeralter (noch 28), bringt Tempo und Technik mit, kann defensiv wie offensiv Akzente setzen. Trainer Markus Kauczinski setzt auf ihn – womöglich ein Faktor in den seit Winter laufenden Gesprächen.
Während Danhof also noch verhandelt, ist Schifferl schon einen Schritt weiter. Er gehört zu den sechs Spielern, denen Geschäftsführer Manfred Paula mitgeteilt hat, dass sie keine Zukunft bei 1860 haben. In einem Interview in seiner Heimat hat der Österreicher seinen Abschied eingeordnet. „Das Feedback war unglaublich“, sagt er über die Reaktionen der Fans. „Ich bin froh, dass ich diese Wucht erleben durfte.“ Gleichzeitig verweist er auf die neue Ausrichtung der Löwen: „Der Club will sich jetzt verändern.“
Das bekommt auch Danhof mit. Über den personellen Schnitt sagt er: „Es ist kein Geheimnis, dass ich mit den Spielern, die gehen, gut befreundet bin. Natürlich fühlt man da mit. Und der Rest – ja, was sollen wir Spieler dazu sagen?“
Schifferl äußert sich
Danhof hat für sich beschlossen, dass er seine Leistung auf dem Platz gibt. Er trifft, er hofft – und er weiß, dass er das letzte Wort nicht selbst haben wird. „Das ist das Geschäft“, sagt er. Zumindest für ihn bleibt die Saison spannend.ULI KELLNER