Auf die Ausrüstung kommt es an: Der Schweizer Tobias Renggli vor einem seiner Abenteuer. © privat
Halten zwölf Weltrekorde: Einen davon stellten die Squattwins mit den Munich Ravens auf. © Roland
Jordyn Merritt läuft auf hoher See. © Instagram
Radl-Ultra: der Krefelder „Seb“ Breuer. © Instagram
Der „Cyborg“: Arda Saatci durchquerte Japan. © Insta
Geschafft: Trimbon fuhr von Köln in vier Tagen bis nach Tarifa. © Instagram
München – Auf dem Rad von Köln nach Afrika. In vier Tagen. 600 Kilometer in 96 Stunden durch die USA laufen – oder gleich ein Ultramarathon auf See? In der Welt der Extremsportler purzelt es nur so Rekorde. Höher, schneller, weiter. Alles in Hochglanz festgehalten auf Social Media. Als Kim Gottwald letztes Jahr in Texas beim „Go One More Ultra“ 57 Stunden mit nur kleinen Pausen durchlief, explodierten seine Follower auf Instagram (von 50 000 auf über 300 000). „Das hat mein Leben verändert“, sagte er unserer Zeitung.
Wo man nur hinschaut, fliegen einem neue extreme Projekte entgegen. Das neue Abenteuer von Jonas Deichmann – er startete am Samstag in München mit dem Rad rund um Europa – ist fast schon nur noch eines von vielen. Wir stellen sechs andere „Verrückte“ vor.
■ Seb Breuer: Mallorca-Umrundung
Sebastian, kurz „Seb“ Breuer fährt Rad. Viel Rad. Angefangen hat der heute 37-Jährige als Mountainbike-Profi. Mittlerweile hat er sich in der Gravel-Szene einen Namen gemacht und gewann unter anderem das „Badlands“ – ein 800-km-Rennen durch Andalusien. Anfang März hatte der gebürtige Krefelder bereits 5000 km in den Beinen. Im April umrundet Breuer in einem Rutsch Mallorca. 14 Stunden und 52 Minuten benötigte Breuer für die 436 Kilometer. Durchschnittliche Trittleistung: 256 Watt.
Rick Zabel (32) gefällt das wohl. Vergangene Woche zog der Ex-Profi nach. Seine Strecke war etwas kürzer: 320 km. Bei 181 Watt Durchschnitt strampelte Zabel 11 Stunden und 27 Minuten rund um die Insel.
■ Jordyn Merritt: Ultramarathon auf See
Jordyn Merritt arbeitet auf einer Öl-Bohrinsel – und läuft gerne. So gerne, dass er kürzlich seinen ersten Ultramarathon auf See bewältigte. Merritt spulte auf der Helikopter-Landeplattform (circa 130 Meter) insgesamt 400 Runden ab. In sechs Stunden schaffte der Ausdauer-Junkie rund 56 Kilometer.
■ Tobias Renggli: 44 Länder, 44 Berge
36.000 Kilometer und eine halbe Million Höhenmeter – nur mit dem Fahrrad (rund 200 km im Tagesschnitt) und zu Fuß: Der Schweizer Tobias Renggli hat trotz seiner jungen Jahre schon viel auf der Welt gesehen. Als 17-Jähriger bereiste er in knapp zehn Monaten 44 Länder und dazugehörige 44 Hauptstädte und 44 Berge in Europa. Geschlafen hat er meist draußen.
■ Arda Saatci: 600 Kilometer in 96 Stunden
600 Kilometer in vier Tagen laufen – und dann auch noch quer durchs Death Valley in den USA? Das hat sich Arda Saatci vorgenommen. 2024 lief der 28-Jährige bereits 3000 Kilometer von Berlin nach New York, letztes Jahr durchquerte der Berliner Japan (3028 Kilometer) in 43 Tagen. „Ich wachse mental enorm bei diesen Geschichten“, sagte er Sport1.
■ Sebastian Trimborn: Köln – Afrika auf dem Rad
Die Zahlen lesen sich absurd. 2247 Kilometer, 25 000 Höhenmeter – und das in nur vier Tagen und 21 Stunden. Mit dem Rad mal eben von Köln nach Tarifa (und von dort mit der Fähre nach Tanger in Marokko). „Kaum Schlaf, fünf Tage Dauerstress und kaum Zeit für Pausen“, fasste Sebastian Trimborn zusammen. Der 26-Jährige liebt das Extreme. Beim Atlas Mountain Race, einem der härtesten Radrennen der Welt (1400 Kilometer durch Marokko) landete er auf Rang sechs, beim 12-Stunden-Indoor-Cyling stellte Trimborn mit 536 Kilometern einen neuen Weltrekord auf. 2027 möchte er das Race Across America gewinnen.
■ Squattwins: Frauen-Power
Die Fitness-Zwillinge Julia und Stephanie Muellers halten zwölf Weltrekorde. Zuletzte bewegten die „Squattwins“ 1.390.400 Kilogramm – ein 47,5 Kilogramm schwerer Gewichtsschlitten wurde dabei 12 Stunden lang abwechselnd im Team hin und hergezogen. „Egal wie groß ein Ziel ist: wenn man wirklich daran glaubt und bereit ist, alles reinzugeben, dann kann man es erreichen“, sagten die Muellers.NICO-MARIUS SCHMITZ, MATHIAS MÜLLER