Drama, Wahnsinn, Tränen

von Redaktion

Bayern konnte schon immer Spektakel: Eine Auswahl an denkwürdigen Spielen

Augenthaler mit der Stier-Geste. © Imago

Der FC Bayern hat im Halbfinale der Champions League beim epischen 4:5 (2:3) bei Paris Saint-Germain einen „Wahnsinn für die Geschichtsbücher“ („AS“) abgeliefert. Dort stehen schon einige denkwürdige Partien, die Münchner sorgten in ihrer bewegten Historie in der Champions League bzw. im Landesmeister-Wettbewerb oft für Drama und Spektakel – eine Auswahl:

Deutsch-deutsches Drama:

Im Achtelfinale 1973/74 führt das Los mit den Bayern und DDR-Meister Dynamo Dresden erstmals im Europacup zwei deutsche Teams aus West und Ost zusammen. Im Falle eines Ausscheidens „wandere ich in die Zone aus“, tönt Bayern-Manager Robert Schwan. Die Stasi spielt im Hintergrund mit, beim „Klassenkampf“ ist die hohe Politik Thema – und auf dem Platz regiert Spektakel. Dem 4:3 in München folgt ein 3:3 in Dresden.

Katsche trifft:

Es sieht alles nach einem Erfolg von Atlético Madrid aus. Doch ausgerechnet Katsche Schwarzenbeck, der immer im Schatten von Franz Beckenbauer stand, trifft im Finale 1974 in der 120. Minute per Weitschuss zum umjubelten Ausgleich. Das Wiederholungsspiel, ein Elfmeterschießen gibt es noch nicht, gewinnen die Münchner um den „Kaiser“, Sepp Maier und Gerd Müller souverän 4:0. Das Tor macht Schwarzenbeck unsterblich und ist der Grundstein für die goldene Ära mit gleich drei Europacupsiegen in Folge.

Stierkämpfer Auge:

Im Halbfinal-Hinspiel 1987 geht Real Madrid derart ruppig zu Werke, dass Klaus Augenthaler mit an den Kopf gelegten Zeigefingern mahnt, man befinde sich hier doch nicht beim Stierkampf. Real kassiert zwei rote Karten und vier Gegentore (4:1). Im Rückspiel trifft „Auge“ ins eigene Tor und sieht später Rot, das 0:1 aber reicht zum Endspiel-Einzug.

Aua, Aumann!

Im Halbfinal-Rückspiel 1991 gegen Roter Stern Belgrad machen die Bayern eine 1:2-Heimpleite wett und wähnen sich in der Verlängerung. Dann missglückt Augenthaler ein Rettungsversuch, Torwart Raimond Aumann lenkt den Ball unfreiwillig ins eigene Tor – das Aus.

102 SEKUNDEN

Die Kappen und T-Shirts für den Titel 1999 liegen an der Seitenlinie bereit. Beckenbauer ist auf dem Weg von der Tribüne zum Spielfeld, zur Siegerehrung. Doch dann ereignet sich im Camp Nou von Barcelona die „Mutter aller Niederlagen“. Innerhalb von dramatischen 102 Sekunden schenken die Münchner gegen Manchester United den Henkelpott her.

Drama Dahoam

Nach dem dramatischen Halbfinal-Sieg über Real Madrid im Elfmeterschießen ist alles angerichtet an jenem 19. Mai 2012. Doch anstatt des Champions-League-Triumphs in der heimischen Allianz Arena erleben die Münchner eine ihrer bittersten Niederlagen. Vom Punkt versagen die Nerven.SID

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