Alexander Zverev steht im Viertelfinale von Madrid, interessierte sich aber mehr für das Ergebnis des FC Bayern gegen PSG. © Del Pozo/AFP
Madrid – Mitten in der Nacht von Madrid wollte Alexander Zverev nur noch eines wissen: „Sag mir das Ergebnis, sag mir das Endergebnis“, forderte er den Fragesteller auf, der eigentlich auf den Court gekommen war, um Zverev zu dessen Dreisatzsieg im Achtelfinale des Sandplatz-Masters zu interviewen. Doch das packende Champions-League-Spiel des FC Bayern in Paris ließ auch den deutschen Tennisstar nicht los.
Der Spielplan hatte Zverev einen großen Gefallen getan: Erst um 23.03 Uhr begann sein Match gegen den Tschechen Jakub Mensik, weite Strecken des denkwürdigen Fußballspiels seines Lieblingsvereins in der Königsklasse konnte er daher verfolgen. „Es stand 5:4, als ich angefangen habe“, sagte Zverev und zog ein zufriedenes Fazit: „PSG hat 5:4 gewonnen? Das nehme ich nach einem 2:5. Wir packen das zu Hause, da bin ich sicher.“
Sein eigenes Match, die lange Wartezeit und das hart erkämpfte 6:4, 6:7 (4:7), 6:3 schienen da bereits abgehakt zu sein. Die Gedanken schwirrten um die Bayern und den geschundenen Körper, der nach dem Matchball in der Nacht um 1.21 Uhr nach der notwendigen Behandlung verlangte. Denn die Pause ist kurz: Am Donnerstag wartet das Viertelfinale gegen einen Gegner, den Zverev (29) nicht unterschätzen wird.
Der Italiener Flavio Cobolli hatte ihn zuletzt im Halbfinale von München abserviert. Will Zverev weiteres Selbstvertrauen mit Blick auf die French Open in Paris (ab 24. Mai) sammeln, muss er auf der Hut sein. „Er ist ein sehr, sehr guter Spieler, gerade in der Form seines Lebens“, sagte Zverev, der zudem wie in der Runde zuvor über körperliche Beschwerden klagte: „Physisch bin ich immer noch ein bisschen angeschlagen.“
Und dennoch: Beflügelt vom mitreißenden Auftritt seiner Bayern und mit dem Glauben an die eigene Klasse („Wenn ich gut spiele, finde ich, dass ich auch ein guter Tennisspieler bin“) will Zverev gegen Cobolli die Revanche schaffen.SID