Löwen zittern um ihren Anführer

von Redaktion

Vertrag bis 2027, aber: Zweitligisten beobachten Lebensversicherung Haugen

Haugen beim Spaziergang in Dresden. © Screen

Pfeilschnell und treffsicher: Sigurd Haugen steht bereits bei 15 Saisontoren. Die Löwen wollen ihn unbedingt halten. © Wagner/Imago

München – Sigurd Haugen ist keiner, der sich hinter Floskeln versteckt. Nach Niederlagen legt der Löwen-Angreifer in der Mixed Zone den Finger in die Wunde. Auf seine Zukunft angesprochen betonte er jüngst, mit dem TSV 1860 „etwas Großes“ aufbauen zu wollen. Und an seinem freien Tag postete der Norweger ein Foto vom Spaziergang am Dresdner Zwinger. Das Besondere? Nach unseren Informationen hat der dort beheimatete Zweitligist Dynamo ein Auge auf den besten Torjäger der Sechzger geworfen – und ist damit längst nicht der einzige Interessent.

Zur Einordnung: Der Dresden-Trip Haugens kann erklärt werden. Bei Hansa Rostock kickte der 28-Jährige nämlich mit Nils Fröling zusammen, freundete sich mit dem Mittelfeldspieler an. Dieser wiederum läuft inzwischen für Dynamo auf und feierte vergangene Woche seinen 26. Geburtstag. Ob Haugen samt Familie nur zum Gratulieren ins Elbflorenz reiste oder ob die Dresdner bei der Gelegenheit gleich die Fühler nach dem Norweger ausstreckten, ist nicht bekannt.

Klar ist jedenfalls: Mit seinen 15 Saisontreffern hat Haugen längst das geschafft, was seinem Arbeitgeber auch in dieser Saison verwehrt geblieben ist: das Tor zur Zweiten Bundesliga aufgestoßen. Denn nicht nur in Dresden steht der Stürmer auf dem Notizzettel der Scouts. Nach unseren Infos fiel der Name Haugen auch schon bei Holstein Kiel und dem Karlsruher SC. Im Gegensatz zu Dynamo (drei Punkte Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz bei drei ausstehenden Spielen) können Kiel (fünf Punkte) und Karlsruhe (sieben Zähler) relativ sicher für ein weiteres Jahr Zweite Bundesliga planen. Eine Grundvoraussetzung für den durchsetzungsstarken Mittelstürmer, der extrem ehrgeizig ist und sich stetig verbessern möchte.

Auf dem Papier hält 1860 alle Trümpfe in der Hand. Haugens Vertrag läuft noch bis 2027. Zudem fühlt sich die Lebensversicherung der Löwen prinzipiell an der Isar sehr wohl. Nachdem er den Sechzgern mit einem Doppelpack gegen Jahn Regensburg jüngst ein 2:2-Remis rettete, erklärte Haugen anschließend: „Ich bin sehr motiviert, diesen Verein voranzubringen. Deshalb hoffe ich, dass wir in der nächsten Saison etwas Großartiges auf die Beine stellen können.“

Genau das wird jetzt die große Aufgabe der Löwen in den kommenden Wochen sein: Haugen will sehen, dass 1860 in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe aufbieten kann, die im Kampf um den Zweitliga-Aufstieg ein Wörtchen mitreden kann. Kreativität wird dabei gefragt sein, denn das große Geld ist in Giesing nicht vorhanden. Auch deshalb ist es nur allzu verständlich, dass die Löwen bei einem interessanten Angebot für Haugen (Marktwert: 500. 000 Euro) ins Grübeln kommen könnten.

1860-Coach Markus Kauczinski – unter dem Haugen zwölf seiner 15 Saisontore erzielte – hofft natürlich, dass der Norweger seinen Vertrag in Giesing erfüllt: „Ich weiß, dass er Begehrlichkeiten weckt. Aber Siggi hat Vertrag und sich klar zu einem Verbleib bei Sechzig geäußert. Ich plane mit ihm.“ Ob der Trainer seine Offensiv-Planungen in den kommenden Wochen über den Haufen werfen muss, wird sich zeigen. Das letzte Wort in der Causa Haugen ist noch nicht gesprochen.MBU

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