Riem – Michael Motschmann und Stefan Oschmann besitzen gemeinsam einen Galopper. Motschmann ist Präsident des Münchener Rennvereins (MRV), Oschmann Vorstandsmitglied und ihr Pferd Gostam geht am Freitag auf der Riemer Bahn als hoher Favorit ins Bavarian Classic, ein Gruppe II-Rennen. Viel Renommee also. Denn der Dreijährige ist nicht irgendein Hengst, sondern hat bei drei Starts zwei Gruppe III-Rennen gewonnen, zuletzt im Oktober den Preis des Winterfavoriten in Köln. Makelloser kann eine Bilanz nicht sein. „Unsere Freude über das Jahres-Debüt in München ist groß“, sagt Motschmann dazu lapidar – doch die Aufregung wohl auch und die Erwartung riesig, da für den von Andreas Wöhler in Gütersloh trainierten Gostam das Bavarian Classic viel mehr darstellt als die übliche Vorprüfung für das Deutsche Derby Anfang Juli in Hamburg: Seine nächste Station könnte stattdessen das prestigeträchtigere französische Pendant Ende Mai in Paris sein. „Je nachdem, wie er in München abschneidet, wird sich entscheiden, ob er weiter in Deutschland läuft oder ins Ausland geht“, betont der MRV-Präsident.
Interesse erzeugt heuer jedoch nicht nur der Auftritt des Hengstes. Durch den neuen, höheren Gruppe II-Status wird das Rennen im Ausland stärker beachtet. Obwohl die Dotierung von 55 000 auf 70 000 Euro steigt, habe sich der MRV bewusst entschieden, das finanzielle Risiko einzugehen, erklärt Generalsekretär Sascha Multerer. Eine Entscheidung für den gesamten deutschen Galopprennsport, hebt er hervor, „weil das Derby Gefahr läuft, seinen Gruppe I-Status zu verlieren“. Das höhere Level der Vorprüfung soll stärkere Pferde nach Hamburg bringen.CHRISTIAN WANNINGER