„Wenn ich treffe, gehen die Lichter aus“

von Redaktion

Kickboxer Plasene will WM-Titel verteidigen

Oscar Plasene kämpft erstmals mit dünnen MMA-Handschuhen.

München – Den wievielten Kampfabend Mladen Steko genau veranstaltet, das weiß die Kickbox-Legende gar nicht so genau. Erstmals initiiert von seinem Vater Ivan vor über 35 Jahren, sind es mittlerweile sicher weit über 100 Fight Nights der Marke „Steko“. Am Samstag jedenfalls geht’s mal wieder rund im Ring. WM-Titel hat der Coach über die Jahre etliche gefeiert, im Circus Krone (Einlass: 17.30 Uhr) sollen mindestens zwei weitere dazukommen – durch Oscar Plasene (24) und Albijon Morina (19).

Der gebürtige Nordiraker Plasene, der vor 16 Jahren mit seiner Familie über Jordanien nach München floh, zählt aktuell zu Stekos Top-Schützlingen. Erst einen Kampf (2023) verlor das Duo. Bei der bisher letzten Titelverteidigung trotzte Plasene gar zwei angebrochenen Knieknochen. Auch gegen den Griechen Ioannis Tsoukalas (30) muss er im Hauptkampf (22 Uhr) womöglich viel einstecken, denn das Duell bis 65 kg wird nur mit MMA-Handschuhen ausgetragen. Die sind deutlich härter als herkömmliche Boxhandschuhe. „Respekt, dass er sich traut, gegen mich anzutreten“, sagt Plasene und kündigt an: „Wenn einer meiner Haken trifft, dann ist es vorbei. Dann gehen bei ihm die Lichter aus.“

Auch Albijon Morina hat sich viel vorgenommen. Mit erst 19 Jahren hat der „Gladiator“ aus Ingolstadt gegen den erfahrenen Italiener Renato Ferrara (34) in der Gewichtsklasse bis 76 kg schon frühzeitig die Chance auf den WM-Gürtel (21.30 Uhr). Morina? Gladiator? Richtig, da war was. Früher boxte sein Cousin Dardan unter Coach Steko (und heimste etliche Titel ein). Auf seinem Handy hat Albijon einen WM-Sieg seines Vorbilds als Hintergrundbild. „Ich manifestiere das in meinem Kopf. Dardan hilft mir mit seinem Wissen“, sagt Albijon. „Die großen Fußstapfen empfinde ich nicht als Last.“

Sein Vater, sein jüngerer Bruder und seine ältere Schwester – sie alle stehen im Ring. Sogar Mama Morina zieht manchmal die Boxhandschuhe über. „Ich will beweisen, was in unserer Familie steckt“, sagt der bisher noch unbesiegte Senkrechtstarter der Szene, der schon als Fünfjähriger mit dem Kickboxen begann.MATHIAS MÜLLER

Artikel 4 von 11