Klare Kommandos für Talent Kiefersauer (li.). © IMAGO
München – Hebt oder senkt die Löwen-Jury den Daumen? Bei sieben Akteuren – unter anderem Kapitän Jesper Verlaat und dessen Vize Thore Jacobsen – wurde der rote Buzzer bereits gedrückt. Bedeutet: Keine Zukunft mehr über den Sommer hinaus bei 1860. Bei anderen Akteuren ist diese Entscheidung noch nicht gefallen. Für sie heißt es: Gas geben im Liga-Endspurt, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Die erste Chance dazu gibt es am heutigen Samstag, im Auswärtsspiel beim bereits abgestiegenen Schlusslicht aus Schweinfurt (14 Uhr).
Zahlreiche positive Argumente für sich konnte zuletzt Flügelspieler Tim Danhof sammeln – nicht nur mit seinem zauberhaften Freistoßtor vergangene Woche gegen Ulm (3:2-Sieg). Löwen-Coach Markus Kauczinski hofft darauf, dass sich Club und Spieler bald auf eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags einigen können. Warum? „Er hat zuletzt viele positive Momente geschaffen. Besonders im Zusammenspiel mit Kevin Volland hat er viele gefährliche Momente über die rechte Seite kreiert. Tim ist ein kreativer Spieler, kommt zum Flanken und zu Abschlüssen. Deswegen haben wir den Wunsch, die Zusammenarbeit mit ihm zu verlängern.“
Wie bei Danhof läuft in wenigen Wochen auch das Arbeitspapier von Mittelfeld-Juwel Xaver Kiefersauer aus. Der 20-Jährige wurde unter der Woche von Kauczinski zur Seite genommen, und erhielt eine Extra-Schulung bezüglich Zweikampfverhalten. Heute kann Kiefersauer möglicherweise beweisen, dass er sich auch gegen die „großen Jungs“ in der 3. Liga durchsetzen kann. Das Löwen-Eigengewächs (seit 2014 im Verein) steht erstmals im Profi-Kader der Sechzger. Der Lohn für starke Trainingswochen zuletzt, erklärt auch Kauczinski: „Er hat einen sehr guten Fuß, wenn er das Spiel vor sich hat. Im Zweikampfverhalten kann er sich noch verbessern.“
Einer, der in der Hinrunde wie kein Zweiter für Zweikampfstärke stand, war Sean Dulic. Nachdem es gegen Ulm die umjubelte Rückkehr auf den Platz nach 126 Tagen Verletzungsmisere gab, könnte in Schweinfurt der nächste Schritt erfolgen. „Ich denke, dass er 60 bis 70 Minuten, oder eine Halbzeit im Tank hat“, schließt Kauczinski ein Startelf-Debüt für Dulic keinesfalls aus.
Einige (alt-)neue Gesichter also auf dem Platz, die im Idealfall die zukünftigen Leit-Löwen werden. Wem Kauczinski diese Rolle zutrauen wird, entscheidet sich möglicherweise teilweise schon in Schweinfurt. Der drittletzte Termin im großen 1860-Casting.MBU