Die Bayern am Etappenziel

von Redaktion

Basketballer bezwingen Alba Berlin mit 85:79 und sind Hauptrundenchampion

Rivalen unter sich: In einem engen Duell hatten Andi Obst (li.) und Kollegen gegen Jack Kayill das bessere Ende für sich. © Stickel/dpa

München – In den Schlussminuten war dann doch mal wieder ein bisschen von der Magie der Euroleague-Abende zu spüren. Die Fans im SAP Garden standen auf ihren Sitzen. Auf dem Parkett kämpften die Basketballer des FC Bayern um jeden Zentimeter. Und am Ende stand ein Sieg. 85:79 (42:37) setzten sich die Münchner im Gipfeltreffen mit Alba Berlin durch. Womit ein Etappenziel auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft eingetütet ist: Hauptrundenplatz eins ist den Bayern drei Spieltage vor Schluss nicht mehr zu nehmen.

Bayern-Coach Svetislav Pesic war angetan: „Es war eines der besten Spiele, das ich in diesem Jahr in der BBL gesehen habe“, sagte er, „wir müssen so ein Spiel nur besser zu Ende bringen.“

Dabei zeigte sich schnell: Das Treffen der beiden (Fast-)Allesgewinner der letzten Jahre war anders als die kleine Saure-Gurken-Phase, die die Bayern in den letzten Wochen durchliefen. Der Garden – mal wieder ausverkauft. Es wehte zumindest schon einmal ein Hauch Playoff-Fieber durch die Arena im Olympiapark, auch wenn es diesmal zwischen den beiden alten Rivalen um noch nicht viel mehr als Prestige ging.

Und man merkte schon: Es könnte zur Sache gehen, sollte man sich in der K.o.-Phase tatsächlich wiedersehen – was bei normalem Verlauf aber wohl erst im Finale der Fall sein dürfte. Die runderneuerten Berliner sind nicht mehr das wankelmütige Ensemble der ersten Saisonphase. Der Spanier Pedro Calles hat in BBL und Champions League ein Ensemble gezimmert, dass als Einheit funktioniert.

Die Bayern dagegen versuchten es individuell. Mal mit feinem Alley-Oop-Zuspiel über den Korb, mal mit einem gekonnten Solo von Xavier Rathan-Mayes. Oder natürlich mit der Präzision von Welt- und Europameister Andi Obst, der mit 18 Punkten einmal mehr treffsicherster Münchner war. Es schienen über weite Strecken die besseren Argumente zu sein. Vor der Pause zum Beispiel, als die Hausherren zeitweilig elf Punkte zwischen sich und die Hauptstädter legten.

Doch wenn diesen Münchnern der ausgehenden Hauptrunde noch etwas zur Meisterform fehlte, dann war das vor allem die Konstanz. Das hatte Trainer Svetislav Pesic ja erst zu Wochenbeginn bemängelt, als Rostock den Titelverteidiger zumindest eine Halbzeit lang erheblich quälte. Und auch Berlin ließen Valdimir Lucic und Kollegen immer wieder vom Haken. Was auch viel mit Euroleague-Überbleibsel Martin Hermannsson zu tun hatte. Der Regisseur wirbelte die Bayern-Defensive teilweise ordentlich durcheinander. Zehn Assists – in dieser Form dürfte der Isländer für Alba in den kommenden Wochen zu einer Schlüsselfigur werden.

Allerdings: Als die Bayern Mitte des Schlussviertels aufs Gaspedal drückten, da konnte dann auch ein Hermannsson in Galaform nicht mehr vollends gegenhalten. Spätestens mit dem Dreier von Justinian Jessup zum zwischenzeitlichen 83:77 war die Partie entschieden.

Weiter geht es am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Rasta Vechta.PATRICK REICHELT

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