Königsklasse? Abstiegskampf!

von Redaktion

Kompany motiviert für Heidenheim: „Niemandem etwas schenken“

München – Dass der Weg von der Tribüne im Prinzenpark direkt in die Kabine führte und Vincent Kompany schon Minuten nach Abpfiff dieses 4:5 beim PSG zur ersten Motivationsrede ansetzte, war durchdacht. Denn der Trainer des FC Bayern weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist, den Schalter von Kür auf Pflicht zu legen. Erst Königsklasse in Paris, dann Abstiegskampf gegen Heidenheim: Dazwischen liegen Welten – und trotzdem stellte der 40-Jährige am Tag vor der Partie gegen das Bundesliga-Schlusslicht an diesem Samstag (15.30 Uhr) klar, dass der FC Bayern „keinem etwas schenken“ will. Da geht es ums Prinzip, um das gute Gefühl für das PSG-Rückspiel und vor allem um den Einfluss des Meisters auf die Entwicklungen am Tabellenende.

Kompany weiß genau, dass der 18. Heidenheim (22 Punkte) zwei der letzten drei Partien gewonnen hat und in München um die letzte Chance kämpft. Irgendwie im Dreikampf mit Wolfsburg (25) und St. Pauli (26) noch auf den Relegationsplatz zu klettern, ist das erklärte Ziel. Und weil die Bayern in einer Woche ausgerechnet beim VfL gastieren, ist die Sache noch brisanter. Der Trainer ist als Motivator gefragt, er gab offen zu: „Das ist nicht ganz einfach.“ Zu „intensiv“ sei der historische Schlagabtausch gegen Paris gewesen, zu groß „die Vorfreude in ganz München“ auf die Fortsetzung Aber es hilft ja nichts. Wettbewerbsverzerrung will Bayern sich nicht nachsagen lassen.

Ganz ohne Rotation wird es dennoch nicht gehen. Aber dass die Bayern bereit sind, auch in vergleichsweise unwichtigen Spielen „zu kämpfen und uns wehzutun“, haben sie am vergangenen Samstag in Mainz gezeigt. Binnen 30 Minuten drehten die Edel-Ersatzmänner Michael Olise, Harry Kane und Jamal Musiala ein 0:3 in ein 4:3: „Wir haben unsere Mentalität bewiesen.“ Genau wie beim Stand von 2:5 in Paris, wo man schon totgesagt war – und nun Final-Luft riecht.

Ein Schönwetter-Sieg wäre der Wunschplan des Meisters. Aber Kompany weiß schon, was auf ihn zukommt. „Frank-Schmidt-Time“ nannte er die Partie gegen Heidenheim und zollte dem Abstiegskampf-erprobten Coach Respekt. Ein paar mehr personelle Möglichkeiten bieten sich immerhin, weil Tom Bischof nach Muskelfaserriss zurück in den Kader drängt. „Ich hoffe, dass er morgen schon wieder dabei ist“, sagte der Coach. Lennart Karl hingegen muss sich noch gedulden: „Vielleicht dann gegen Paris. Aber wir bleiben vorsichtig mit seiner Situation.“ Es soll ja danach noch weitergehen.H. RAIF, V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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