Krüger für Kuntz

von Redaktion

Hamburg lockt beliebte Bayern-Funktionärin mit Sportvorstands-Posten

Stammplatz? Krüger bei einem Test in Hamburg. © dpa

München – Wenn Kathleen Krüger bei Heimspielen in der Allianz Arena die Haupttribüne betritt, dauert es, bis sie ihren Platz erreicht. Oft mit ihrem Söhnchen (4) und ihrer Lebensgefährtin im Schlepptau, wird die 40-Jährige aus allen Richtungen begrüßt. Hier ein Winken, dort ein kurzer Plausch: Wie beliebt die langjährige Teammanagerin und heutige „Leiterin Sport, Strategie und Entwicklung“ rund um den FC Bayern ist, sieht man in diesen Momenten besonders. Man schätzt sie, man würde sie natürlich gerne behalten – und trotzdem ist es wahrscheinlich, dass die letzten drei Heimspiele der Saison auch die letzten von Krüger als Bayern-Mitarbeiterin sind. Der HSV ruft.

Das Interesse aus dem hohen Norden ist seit Mitte der Woche bekannt, am Freitag reagierte Christoph Freund auf den Plan des Traditionsclubs, Krüger als Sportvorständin und Nachfolgerin für Stefan Kuntz zu verpflichten: „Wir können bestätigen, dass Kathleen uns darüber informiert hat, Gespräche mit dem HSV zu führen“, sagte der Sportdirektor. In Hamburg geht man nach Informationen unserer Zeitung von einer zeitnahen Einigung aus, auch Freunds Worte klangen eher wie eine Abschiedsrede. Er adelte die im Team enorm beliebte Ex-Spielerin als „angesehen und ehrgeizig“ und führte aus: „Sie hat für den FC Bayern über viele Jahre einen Top-Job gemacht, viel Erfahrung sammeln können. Es ist eine Auszeichnung, dass solch ein Traditionsverein sie für so einen großen Job kontaktiert. Eine sehr, sehr schöne Geschichte für Kathleen.“

Eine Headhunter-Agentur hat Krüger kontaktiert. Und auch wenn ihr Herz am FC Bayern hängt, will sie sich die Chance nicht entgehen lassen. „Nichts zu verlieren“ habe sie, hört man rund um den Verein – da ist etwas Wahres dran. In ihren 16 Jahren bei Bayern hat sie sich von der Vorstandsassistentin zum „Senior Leading Expert Sport Strategy & Development“ entwickelt, längst denkt sie weit über die Belange der Profis hinaus. Dass sie sich nach der kurzen Babypause im Jahr 2021 dagegen entschied, als Teammanagerin weiterhin jedes Wochenende gebunden zu sein, erweiterte ihren beruflichen Horizont enorm. Man kennt Krüger in der Branche – und Krüger kennt viele. Ihr Netzwerk ist groß. Ein guter Start in die Karriere als Managerin – und trotzdem wird der Job Neuland. Punkten kann sie vor allem mit der Erfahrung im Jugendbereich, die sie durch die enge Zusammenarbeit mit Campus-Boss Jochen Sauer hat.

Man traut ihr die Aufgabe zu, in Hamburg wie in München. Die Formalitäten rund um ihren unbefristeten Vertrag in München sind aktuell in Klärung. Parallel dazu muss sich Sportvorstand Max Eberl, an den Krüger in ihrer Stabsstelle berichtet, damit befassen, wer die Erweiterung und Umgestaltung des Profi-Traktes übernimmt. Das war zuletzt Krügers „Baby“ – aber wenn die Bagger rollen, wird sie wohl mehr als 600 Kilometer weit weg sein.H. RAIF, M. BONKE, V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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