„Big Points“: Nicolas Capaldo (HSV): © Schultheiß/Imago
Ein Mann gerät ins Abseits: Albert Riera (r.). Die Erfolge bleiben aus, das Verhältnis zur Mannschaft gilt als mindestens belastet. © Heiko Becker/Imago
Frankfurt – Kaum hatten sich die Spieler von Eintracht Frankfurt den lauten Pfiffen der eigenen Fans entzogen, gab es auch im Kabinentrakt was auf die Ohren. Durch die Katakomben des Waldstadions dröhnte die Musik der Hamburger Kabinenparty, hin und wieder übertönt von lauten Jubelschreien der HSV-Spieler. Die Gefühlslage bei den beiden Bundesligisten hätte unterschiedlicher kaum sein können.
Während Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche nach dem 1:2 (0:0) und der nächsten dürftigen Vorstellung die Mannschaft in den Senkel stellte, feierte Hamburg den „Lohn für die harte Arbeit“, wie Trainer Merlin Polzin sagte. Torhüter Daniel Heuer Fernandes lehnte Glückwünsche zwar ab, wollte aber „nicht drumherumreden, dass das heute Big Points waren“. Nach sieben Jahren der Zweitklassigkeit kann der HSV für die zweite Bundesligasaison planen.
Die Eintracht ist dagegen drauf und dran, eine ohnehin ungemütliche Saison völlig zu verkorksen. Erneut ließ die Mannschaft von Trainer Albert Riera wichtige Zähler im Rennen um Platz sieben liegen. Die Fans quittierten die Leistung entsprechend, schon Mitte der zweiten Halbzeit forderten sie: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“
Rieras Name war schon bei der Verlesung der Aufstellung von Pfiffen begleitet worden. Direkt nach Spielende schob Krösche eine Trainerdebatte erst einmal beiseite. „Heute ist der Trainer kein Thema“, sagte er – vermied aber auch ein Bekenntnis. Ob Riera über den Sommer hinaus Trainer bleiben werde? „Lasst uns heute über die Leistung sprechen. Und die war nicht gut.“
Nach Rieras Auftritt auf der Pressekonferenz am Vortag samt Schelte gegen einige Medienvertreter, die das zerrüttete Verhältnis des Spaniers zu einigen Spielern thematisiert hatten, wäre ein Sieg wichtig gewesen, um wenigstens sportlich für mehr Ruhe zu sorgen. Den siebten Rang könnte Frankfurt noch an den SC Freiburg verlieren und damit den Europapokal komplett verpassen.
In dem Fall wäre eine Fortsetzung der bislang ernüchternden Amtszeit Rieras eine Überraschung. Denn die erhoffte Verbesserung gegenüber seinem Vorgänger Dino Toppmöller blieb bislang aus. Der Spanier selbst sorgt sich laut eigener Aussage aber nicht um seine Zukunft.
„Ich mache mir Sorgen um meine Spieler und die Fans, weil wir ihnen drei Punkte schenken wollten“, sagte Riera: „Ich denke nur an die Dinge, die ich kontrollieren kann. Sonst verliere ich Energie.“SID