Das Hinspiel war ein Offensivspektakel. © Ena/dpa
Enrique wurde für seine Taktik kritisiert. © Feil/Imago
München – Dieses Offensivspektakel sorgte weltweit für Begeisterung: Nachdem sich Paris Saint-Germain und der FC Bayern im Halbfinal-Hinspiel vergangenen Dienstag mit 5:4 trennten, sprachen nicht wenige Experten vom besten Champions-League-Duell, das sie je gesehen hatten.
Doch nicht alle ließen sich von diesem Offensivfeuerwerk anstecken. Wayne Rooney etwa, Ex-Nationalspieler Englands und inzwischen TV-Experte, kritisierte die Abwehr beider Mannschaften scharf: „Die Defensive von beiden Mannschaften war wirklich schlecht“, sagte der ehemalige Stürmer und bezeichnete das Auftreten zudem als „unreif“. Außerdem sei die Taktik der Pariser falsch gewesen: „Luis Enrique ist ein Top-Trainer. Aber als seine Mannschaft 5:2 vornlag, hätte er ihr sagen sollen: Lasst uns den Laden dichtmachen und uns in die Defensive begeben.“
Diesen Vorwurf wollte Enrique nicht auf sich sitzen lassen. Vor dem Liga-Duell mit Lorient am Samstag (Endstand 2:2) wehrte sich der Trainer gegen die Kritik mit drastischen Worten: „Es ist wie im Leben, es gibt überall Meinungen. Und ich denke, dass es nicht wichtig ist, alle Meinungen zu respektieren. Denn wenn es eine beschissene Meinung ist, muss man die nicht respektieren!“
Nun lässt sich darüber streiten, wie hochklassig Duelle auf taktischer Ebene sind, wenn neun Tore fallen. Den Zuschauern dürfte es mit Blick auf das Rückspiel am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) jedoch gefallen, dass beide Mannschaften erneut volle Offensivpower ankündigen. Denn nicht nur die Bayern wollen an ihrer Vollgas-Herangehensweise festhalten (siehe Aufmacher auf der vorherigen Seite), auch Enrique möchte seine offensive Taktik beibehalten: „Es gibt Menschen, die mögen Fußball wie diesen – das ist die Mehrheit, und ich zähle auch dazu.“
Dabei fehlt ihm allerdings Achraf Hakimi, der marokkanische Rechtsverteidiger fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus. Mit seinem Tempo ist er einer der wichtigsten Bausteine für das gefürchtete Umschaltspiel der Franzosen – hat Bayern nun also einen Vorteil mit Blick auf das Rückspiel?
Joshua Kimmich will sich darauf nicht verlassen: „Generell ist bei denen schon sehr viel Tempo unterwegs. Die vorderen drei, die beiden Außenverteidiger: Die sind schon rasant unterwegs“, erklärte der Sechser nach dem 3:3 gegen Heidenheim. „Vielleicht wird es dann ein anderes Außenverteidigerprofil, was das Spiel ändert. Trotzdem ist Paris nicht so abhängig von einzelnen Spielern.“VINZENT TSCHIRPKE MANUEL BONKE