Finaltraum geplatzt

von Redaktion

FCB-Frauen verlieren in Barcelona

Vergeblich gestreckt: Salma Paralluelo (r.) zirkelte den Ball an Bernadette Kakounan vorbei – die Flügelstürmerin des FC Barcelona traf auch früh zur 1:0-Führung. © Joan Monfort / dpa

München/Barcelona – Der Traum vom Gewinn des Triples und des erstmaligen Einzugs ins Finale der Champions League ist für die Frauen des FC Bayern ausgeträumt. Nach dem 1:1 im Hinspiel verloren die Münchnerinnen das Rückspiel vor mehr als 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Camp Nou mit 2:4 gegen den FC Barcelona. Die Münchnerinnen verkauften sich dabei teuer, gegen die wohl beste Frauenmannschaft der Welt reichte es am Ende aber nicht. Die komplette Saison in der Champions League kann dennoch als Erfolg gewertet werden, erstmals seit 2021 schafften es die Bayern-Frauen wieder unter die besten vier Mannschaften Europas. Für die Verantwortlichen gilt es nun zu analysieren, was zur absoluten Spitze noch fehlt, um dann in der neuen Saison den nächsten Anlauf auf das Finale zu nehmen.

Im Camp Nou zeigte sich am Sonntag vom Anpfiff weg, wie schwer der Ausfall von Franziska Kett nach ihrer Roten Karte im Hinspiel wiegen würde. Das Trainerteam, dem in Abwesenheit des ebenfalls gesperrten José Barcala Kjetil Lone vorstand, hatte sich für Stine Ballisager als Linksverteidigerin entschieden. Barcelona griff in den ersten Minuten mehrfach über die rechte Außenbahn an und setzte die gelernte Innenverteidigerin unter Druck. Die schnelle Caroline Graham Hansen lief die Kett-Vertreterin immer wieder an, eine Flanke der Norwegerin führte dann auch zum 1:0: Salma Paralluelo (13.) staubte zur Führung ab.

Die Anfangsphase gehörte klar dem FC Barcelona, doch die erneut sehr tiefstehenden Bayern-Frauen antworteten direkt. Nach einem Ballgewinn von Bernadette Amani schalteten die Münchnerinnen schnell um, Pernille Harder marschierte über links und passte vor das Tor, wo Linda Dallmann (17.) von der Strafraumgrenze zum Ausgleich traf. Den Bayern-Frauen verschaffte der Treffer aber nur eine kurze Verschnaufpause. Barca machte direkt wieder Druck, Angriff um Angriff rollte auf das Tor von Ena Mahmutovic. Den nächsten Treffer leiteten die Spanierinnen über links ein, eine Hereingabe von Paralluelo bekam die Bayern-Abwehr nicht geklärt. Alexia Putellas verwandelte den abprallenden Ball aus knapp elf Metern zur erneuten Barca-Führung. Das Torschussverhältnis von 4:15 aus Sicht der Bayern-Frauen spiegelte die Kräfteverhältnisse zur Pause wider.

Die Hoffnungen, die Partie in der zweiten Hälfte zu drehen, schienen schnell zu schwinden. Ein Doppelschlag von Ewa Pajor (55.) und erneut Putellas (58.) sorgte für eigentlich klare Verhältnisse. Die Münchnerinnen steckten aber nicht auf, nach einem Ballverlust passte Dallmann auf Harder, die Dänin (71.) verkürzte aus zwölf Metern zum 2:4. Die Bayern-Frauen machten nun mächtig Druck, Arianna Caruso und Dallmann trafen die Latte. Die starke Harder erzielte kurz vor Schluss das vermeintliche 3:4 – nach VAR-Check wurde der Treffer aber aberkannt.CHRISTIAN STÜWE

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