TSV 1860

Nicht mal für Schweinfurt langt‘s noch

von Redaktion

Keine Lust mehr? Nur 1:1 beim Absteiger – Volland: „Keine Glanzleistung“

Murks im Mai: Die Löwen im Saisonendspurt. © IMAGO

München – Kevin Volland schimpfte wie ein Rohrspatz, als er sich nach seiner Auswechslung in Schweinfurt auf der Bank der Löwen niederließ. Der Routinier war sauer darüber, was seine Sechzger da am Samstagnachmittag im Frankenland auf dem Platz veranstalteten. Und Volland schimpfte zu Recht. 1860 präsentierte sich drei Wochen vor dem Totopokal-Finale in Würzburg (23. Mai) erschreckend ideenlos. Das 1:1 beim abgeschlagenen Schlusslicht der 3. Liga ging völlig in Ordnung.

Ein erfahrener Mann wie Volland nagelt seine Kollegen natürlich nicht öffentlich ans Kreuz. Schmallippig sagte der Linksfuß bei MagentaSport: „Das war heute keine Glanzleistung von uns.“ Diplomatisch ausgedrückt. Die Anfangsphase ließ sich aus Sicht der Gäste noch einigermaßen ansehnlich gestalten. Besonders Manuel Pfeifer über die linke Seite machte Druck. Die beste Chance vergab Florian Niederlechner aus spitzem Winkel. Nach 27 Minuten sorgte dann eine Fehlerkette für den ersten Treffer des Nachmittags. Erst gab Volland („Da nehme ich mich mit in die Verantwortung“) den Ball leichtfertig her, dann konnte Startelf-Rückkehrer Sean Dulic die Flanke nicht entscheidend klären. Sebastian Müller entwischte Siemen Voet und traf artistisch zur 1:0-Führung. Auch Keeper Thomas Dähne machte nicht die allerglücklichste Figur.

Zumindest konnte sich 1860 auch in Franken auf den Mann verlassen, der aktuell immer trifft: Sigurd Haugen. Seine erste Gelegenheit jagte der Norweger noch an den Pfosten. In der 31. Minute machte er es besser: Eine Flanke von Voet pflückte Haugen aus der Luft herunter und schloss in die lange Ecke ab – 1:1. Auf die Aussage der MagentaSport-Reporterin, dass Haugen liefere, meinte Löwencoach Markus Kauczinski nach Abpfiff vielsagend: „Er ist aktuell der Einzige.“

Deutlich turbulenter als auf dem Rasen ging es im Gästeblock zu. Nach einer Pyroshow der mitgereisten Sechzgerfans musste eine Fahne mit einem Feuerlöscher gelöscht werden. Ab diesem Moment wurde der organisierte Support eingestellt, die weiteren Zaunfahnen eingerollt. So entstand im Sachs-Stadion eine recht ruhige Freundschaftsspiel-Atmosphäre – passend zum ereignisarmen Geschehen auf dem Platz.

Ultras brennen eigene Fahne ab

Bezeichnend: Am Ende mussten sich die Löwen noch bei Schiedsrichter Timon Schulz bedanken, nicht als Verlierer vom Platz gegangen zu sein. Nach einem Foul von Tim Danhof an Ex-Löwe Kristian Böhnlein forderten die Schweinfurter Elfmeter, die Pfeife des Referees blieb jedoch stumm. „Wir müssen die Spannung hochhalten, uns pushen“, gab Volland die Marschroute für die letzten beiden Ligaspiele sowie das Pokalfinale vor. Die Messlatte liegt dafür nach dem Auftritt in Schweinfurt nicht besonders hoch.MARCO BLANCO UCLES

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