Als der stets loyale Dino Toppmöller dann geopfert wurde und seinen Trainerposten bei Eintracht Frankfurt räumen musste, ist Markus Krösche gefragt worden, ob er mit einem neuen Impuls diese halbwegs verkorkste Saison retten wolle. Da entglitten dem Sportvorstand die Gesichtszüge. „Verkorkste Saison …“, wiederholte er mit einem frostigen Lächeln. „Hut ab.“ Das war im Januar. Mittlerweile lacht niemand mehr. Aus der halbwegs verkorksten Saison ist eine maximal verkorkste Saison geworden.
Der 45-Jährige trägt eine gehörige Mitschuld an der Eintracht-Misere, diese tiefe Krise ist auch seine Krise. Er lag mit seinen Entscheidungen kolossal daneben, was mal passieren kann, auch dem besten Manager.
Er hat dieses Team zusammengestellt, ein Team, das in dieser Konstellation am Ende ist. Es ist zwar noch relativ jung, aber trotzdem abgetakelt, satt, seelenlos, eine Ansammlung von Egoisten. Diese Mannschaft ist nicht die beste Eintracht-Mannschaft aller Zeiten, sondern die teuerste. Gegenwert? Gleich null. Sie ist überschätzt worden. Allenthalben.
Orchestriert wird das Ganze von einem fehlgeleiteten und unkontrollierbaren Trainer, Albert Riera, der mit seinen selbstgerechten, wirren und großspurigen Auftritten in Windeseile jeglichen Kredit verspielt hat. Und dem Ensemble inhaltlich keine Hilfe ist.
Seine Verpflichtung ist die größte Fehlleistung von Markus Krösche. Wie um alles in der Welt ist er auf die Idee gekommen, diesen Exzentriker zu holen, der in Frankfurt hinter vorgehaltener Hand schon Donald Trump genannt wird? Ein Typ, der niemanden neben sich duldet, beratungsresistent ist und weder die Eintracht noch die Bundesliga durchdrungen hat?
Krösches Intention war klar: Nach dem besonnenen Dino Toppmöller sollte ein impulsiver, autoritärer Coach die Mannschaft mit harter Hand zurück in die Spur bringen. Doch das Experiment ist krachend gescheitert. Nun muss Krösche am Saisonende die Reißleine ziehen und seinen Trainer-Fehlgriff korrigieren. Diese Entscheidung ist alternativlos.