Auf die Restverteidigung kommt’s an

von Redaktion

Taktik-Analyse: Kimmich und Pavlovic defensiv gefordert

So stellt sich Taktik-Experte Sebastian Friedl eine ideale Restverteidigung des FC Bayern vor. © IFI

München – Restverteidigung ist das bayerische Zauberwort für das Rückspiel gegen Paris Saint-Germain. Dieser Begriff beschreibt die Positionierung im eigenen Ballbesitz, um bei potenziellen Ballverlusten entweder effektiv ins Gegenpressing zu gehen oder Konter absichern zu können. Nur mit einer disziplinierten Restverteidigung können die Bayern die pfeilschnelle PSG-Offensive um Ousmane Dembele, Khvicha Kvaratskhelia und Desire Doue stoppen. Nicht nur die Abwehrkette, sondern das zentrale Mittelfeld um Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic ist dann gefordert.

„Beide Teams werden ihrer DNA treu bleiben und klar offensiv ausgerichtet ins Spiel gehen. Aber: Ich erwarte auf beiden Seiten eine bewusstere und aktivere Unterstützung der Abwehrreihen durch das Mittelfeld“, sagt Taktik-Experte Sebastian Friedl. Wie das in der Praxis aussehen könnte: Wenn die Bayern mit Luis Diaz über den linken Halbraum angreifen, unterstützt ihn Alphonso Davies in der Breite – und gleichzeitig das zentrale Mittelfeld und die übrigen Abwehrspieler. So ist auf jeden Pariser Konterspieler ein kurzer Zugriffsweg gewährleistet.

Kimmich und Pavlovic spielen in den Augen von Friedl aber nicht nur in der Defensive eine entscheidende Rolle, sondern auch im Offensivspiel. Das hat mit dem Einsatz des angeschlagenen Fabian Ruiz im Mittelfeld zu tun. „Dies könnte den Münchnern entgegenkommen, um Spielgeschwindigkeit und -rhythmus im Mittelfeld zu bestimmen“, prophezeit der Leiter der Spiel- und Taktikanalyse am IFI. Durch den Ausfall von Achraf Hakimi wird vermutlich Warren Zaire-Emery in die Startelf rücken. „Dagegen dürfte über die linke Seite der Bayern Alphonso Davies von Beginn an als offensiv ausgerichteter Außenverteidiger versuchen, Druck zu machen“, prophezeit Friedl.

Natürlich wird auch der Angriffs-Dreizack um Kane, Olise und Diaz wieder im Fokus stehen. Friedl: „Für Bayern wird es noch mehr darauf ankommen, aus den ersten Chancen Kapital zu schlagen.“M. BONKE, P. KESSLER

Artikel 5 von 11