Markus Krösche
Die Anspannung wächst: Markus Krösche steht unter Druck – weil es unter Coach Albert Riera (Bild) nicht mehr läuft. Wann entscheidet er die Trainerfrage? © Wiegand/dpa
Frankfurt/Main – Den wichtigen Sieg der Frauen im Stadion am Brentanobad mitzuerleben, dürfte Markus Krösche kurz von seinen Sorgen bei den Männern abgelenkt haben. Kurz zuvor stand noch die Frage im Raum, ob der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt seinem angeschlagenen Trainer den Rücken stärkt. Dass in der Einladung zur Pressekonferenz plötzlich Albert Riera auftauchte, wurde vielerorts als letzte Bewährungschance gewertet.
Vor dem Spiel am Freitag in Dortmund geht es jedoch längst nicht mehr nur um den exzentrischen Coach. Die Stimmung rund um die Eintracht ist auf einem Tiefpunkt angekommen – und das fällt zunehmend auch auf Krösche zurück. Das 4:1 der Frauen gegen den 1. FC Nürnberg dürfte da nur kurz für Entlastung gesorgt haben.
Verpasst die Eintracht wie von vielen befürchtet sogar die Conference League, wäre es das erste Mal seit fünf Jahren ohne Europapokal – mit Folgen auch für Krösche. Trotz Vertrags bis 2028 ist der 45-Jährige nicht mehr unumstritten. Noch vor wenigen Monaten wurde sein möglicher Wechsel zu internationalen Topclubs befürchtet, inzwischen hat sich die Stimmung deutlich gedreht.
Erstes Europa-Aus seit fünf Jahren?
Kritik kommt auch aus den Medien: Vom „schiefen Gerüst“ ist die Rede, gemeint sind der enttäuschende Kader und die bislang missglückte Amtszeit Rieras. Zwar werden Krösches Verdienste – hohe Transfererlöse und der Gewinn der Europa League – anerkannt, doch der Glanz verblasst.
Krösche steckt in einer Zwickmühle: Hält er an Riera fest, wirkt es wie Resignation. Trennt er sich, könnte das als falsches Signal an die Mannschaft gelten. Der Druck wächst – auch von außen. In einer Umfrage sprachen sich zuletzt rund 92 Prozent für eine Trennung vom Trainer aus.
Egal, wie Krösche entscheidet: Die nächste Entscheidung muss passen. Sonst könnte bald nicht nur über den Trainer diskutiert werden.SID