„Leicht beleidigt“: Uli Hoeneß zählt Julian Nagelsmann an

von Redaktion

München – Uli Hoeneß kritisiert Bundestrainer Julian Nagelsmann dafür, fünf Wochen vor WM-Beginn noch in der Experimentierphase zu sein. „Die deutsche Mannschaft hat noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt – das werfe ich Julian auch vor, das habe ich ihm persönlich schon gesagt“, sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern bei DAZN.

„Wenn man zu einer WM fährt und keine wirkliche Weltklasse-Mannschaft hat, was wir aus meiner Sicht nicht haben, dann kann man – so wie Vincent (Bayern-Trainer Kompany, d. Red.) es vorgemacht hat – nur über die Mannschaft, über das Teamgefüge erfolgreich sein“, ergänzte Hoeneß. Er befürchtet, dass „wir zum ersten WM-Spiel eine Mannschaft auf den Platz schicken, die so noch nie zusammengespielt hat. Und das funktioniert nicht.“ Aktuell sehe er „weder hinten noch vorne eine klare Linie“, kritisierte der Weltmeister von 1974 und fragte: „Wer ist unser Mittelstürmer? Wer spielt im Tor? Wer ist rechter Verteidiger, wer linker?“ Die letzten Fragen sind mit den Namen Oliver Baumann, Joshua Kimmich und David Raum allerdings schnell beantwortet.

Hoeneß wirft dem Ex-Bayern-Trainer auch mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik vor. Nach ihrem Gespräch sei Nagelsmann „leicht beleidigt“ gewesen. Dabei wolle er „Julian überhaupt nichts Böses. Ich hoffe einfach, dass er darüber nachdenkt, dass diejenigen, die so etwas sagen – auch Matthias Sammer hat Ähnliches geäußert –, ihm keine Niederlage wünschen, sondern Erfolg.“ Ihm fehle bei Nagelsmann „die Bereitschaft, zuzuhören und anzunehmen“, so Hoeneß: „Er wird mit seinen Entscheidungen leben müssen. Wenn er erfolgreich ist, bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Wenn nicht, wird es für ihn schwer.“SID

Artikel 1 von 11