ZUM TAGE

In der Breite muss Bayern besser werden

von Redaktion

Folgt die Transfer-Offensive?

Als der Mannschaftsbus des FC Bayern die Säbener Straße am Mittwoch-Mittag in Richtung Tageshotel Infinity verließ, standen dutzende Fans vor dem Trainingsgelände Spalier und verabschiedeten das Team lautstark in Richtung Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain. Die Szenerie hatte Sommermärchen-Charakter im Frühjahr.

Doch das Happy End blieb aus, die Münchner spielen diese Saison nur ein Finale – und zwar in Berlin und nicht in Budapest. Das hatte mehrere Gründe: So pfiff sich beispielsweise Schiedsrichter Joao Pinheiro vor allem in der ersten Halbzeit in den Mittelpunkt. Hätte an diesem Abend ein anderer Unparteiischer die Partie geleitet, wären die Hausherren vielleicht vor dem Pausenpfiff in Überzahl gewesen oder hätten einen Hand-Elfmeter zugesprochen bekommen.

Spielerisch war die Mannschaft von Vincent Kompany mindestens auf Augenhöhe mit dem amtierenden Champions-League-Sieger. Wenn man an diesem Abend etwas kritisieren konnte, dann war es die bayerische Kader-Breite. Obwohl Kompany lediglich auf Serge Gnabry verzichten musste, konnte er von der Bank nicht wirklich nachlegen. Durch den (un)freiwillig klein gehaltenen Kader schaffte in Lennart Karl zwar das erhoffte Eigengewächs den Durchbruch, doch die Einwechsel-Optionen waren für internationales Top-Niveau für die Offensive quasi nicht vorhanden. Dass mit Alphonso Davies und Minaje Kim zwei Abwehrspieler vor Angreifer Nicolas Jackson ins Spiel kamen, steht für sich.

Die Kaderplaner um Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund stehen nun vor der Herausforderung, die Mannschaft im anstehenden Transfer-Sommer clever in der Breite zu verstärken. Da dürfte es dem Duo entgegenkommen, dass Ehrenpräsident Uli Hoeneß im Interview mit DAZN vollmundig ankündigte: „Wir sind jetzt wieder wirtschaftlich gesund. Wir können uns, wie früher, einen Spieler für 50 Millionen Euro leisten, ohne auf die Bank zu gehen.“ Chefcoach Kompany hat es sich durch seine herausragende Arbeit in seinen ersten beiden Jahren verdient, Ansprüche auf dem Transfermarkt zu stellen. Für die Mission Finale.

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