Franco Colapinto (re.) und Lionel Messi.
Miami/München – Alpine-Teamchef Flavio Briatore ist für markige Worte bekannt. Und für knallharte Ansagen an seine Fahrer – wenn es sein muss, auch in der Öffentlichkeit. Lob kommt ihm eher selten über die italienischen Lippen. Doch nach dem GP von Miami nahm er seinen Fahrer Franco Colapinto in den Arm und sagte später: „Kaum trifft er den Messi(as), schon fährt er wie ein junger Gott.“
Noch vor Wochen galt der Argentinier als Sorgenkind. Er machte Fehler beim Fahren, war immer wieder in Unfälle verwickelt. Die interne Analyse: Colapinto hat großes Potenzial, kann es aber selten abrufen. In Miami erlebte die erstaunte Fachwelt nun das andere Gesicht des jungen Argentiniers. Er war bereits im Qualifying schneller als der von den Experten hoch eingeschätzte Teamkollege Pierre Gasly. Und er setzte diese Mischung aus schnellem, fehlerlosem Fahren auch im Rennen fort und gewann als Siebter zur Freude von Briatore sechs wichtige Punkte für den Sportableger des französischen Staatskonzerns Renault.
Ob das Treffen mit Weltstar Lionel Messi geholfen hat? Das glaubt zumindest Colapinto selbst. Kurz vor dem Großen Preis von Miami erfüllte sich der 22-Jährige nämlich einen Lebenstraum. Auf dem Trainingsgelände von Inter Miami CF traf er sein Idol Messi – ganz privat, ohne Kameras, ohne PR-Rummel. Nur mit dabei: Messis Nationalmannschaftskollege Rodrigo De Paul.
Colapinto hatte Messi bereits 2025 einen signierten Rennhelm geschenkt – jetzt kam es zur persönlichen Begegnung. „Davon habe ich mein ganzes Leben geträumt“, so Colapinto tief bewegt: „Wenn man einen Argentinier fragt, wen er treffen möchte – es ist immer Leo. Es war ein ganz besonderer Moment.“
Ein Moment, der ihm offenbar genau das gab, was ihm zuletzt fehlte: mentale Stärke. Der bekennende Fan der Boca Juniors wirkte nach dem Treffen jedenfalls wie befreit. In der Formel 1 entscheiden oft Kleinigkeiten – in diesem Fall vielleicht ein Gespräch unter Landsmännern. Oder, wie man in Argentinien sagen würde: ein bisschen Messi-Magie.RALF BACH