1860-Sympathisant: Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. © Frank/Imago
Kennen sich gut: Zwei Jahre lang war Markus Rejek (li.) bereits Geschäftsführer des TSV 1860. Mit Hasan Ismaik (re.) krachte es manchmal. © Imago
München – Die Themen bei den Löwen sind im Frühjahr seit Jahren dieselben: Der Aufstieg in die Zweite Bundesliga wurde verspielt und im Sommer steht der x-te Umbruch ins Haus. Doch eine Sache ist 2026 anders: Investor Hasan Ismaik ist abgetaucht. Seit Monaten. Sein letzter Post auf Instagram mit 1860-Bezug ist 33 Wochen alt. Den Jordanier scheint bei den Löwen nur noch eine einzige (und letzte) Frage zu interessieren: Wie werde ich meine Anteile schnellstmöglich zu einem ordentlichen Preis los?
Interessenten gab es im vergangenen Jahr genügend – die Verhandlungen scheiterten aus unterschiedlichen Gründen. Nachdem der Name Jens Lehmann durch die Medien geisterte, könnte nun ein anderer Ex-Nationalspieler ins Geschehen eingreifen. Nach Informationen unserer Zeitung beschäftigt sich unter anderem Thomas Hitzlsperger mit dem Kauf der Anteile Ismaiks. Der 44-Jährige ist Teil einer mehrköpfigen Gruppe, die bei 1860 einsteigen möchte.
Hitzlsperger ist in München geboren, hat im familiären Umkreis mehrere Löwenfans. Es wäre nach unseren Informationen auch nicht das erste Mal, dass der Geschäftsmann mit einem Amt bei 1860 liebäugelt. Bislang hat es nicht geklappt – läuft es dieses Mal anders?
Erzählungen, wie rau es in Giesing zugehen kann, dürfte sich Hitzlsperger in seinem Team aus erster Hand abholen. Denn ein bei 1860 nicht unbekannter Mann gehört ebenfalls zur interessierten Gruppe: Markus Rejek. Von Februar 2014 bis Juli 2016 hatte der 57-Jährige das Amt des Finanzgeschäftsführers bei den Löwen inne. Ihm wurden einst unter anderem die politischen Machtspielchen im Club zum Verhängnis. Auch damals war Hasan Ismaik bereits am Ruder bei 1860. Das Verhältnis der beiden Herren war gelinde gesagt nicht das Beste.
Doch bekanntlich sieht man sich immer zweimal im Leben. Was sagt Rejek selbst zu den aktuellen Gerüchten? Auf Anfrage gab er zu Protokoll: „Ich kann Ihnen zum Thema Sechzig aktuell keine Auskunft geben.“ Klar ist: Ein Dementi klingt definitiv anders. Rejek ist seit rund einem Jahr ohne Job, nach seinem Aus als Geschäftsführer beim 1. FC Köln.
Bei Hitzlsperger ist das anders – Anteilseigner bei 1860 wäre bei Weitem nicht sein einziger Posten. Die Liste ist lang: Anteilseigner beim dänischen Erstligisten Aalborg BK, Botschafter des spanischen Traditionsclubs Athletic Bilbao, Aufsichtsratsmitglied beim Serie-A-Verein Hellas Verona sowie Restaurantbesitzer in London. Folgen nun die Sechzger als weiterer Punkt im prall gefüllten Lebenslauf?MARCO BLANCO UCLES, ULI KELLNER