Wut-Aus statt Triple-Traum

von Redaktion

Früher Schock, viel Schiri-Ärger: Bayern nach 1:1 gegen PSG am Boden

Auch Kane traf erst spät. © Feil/Imago

Kein Elfmeter? Die Bayern konnten die Entscheidung von João Pinheiro nicht fassen. © DeFodi/Imago

München – Es war alles angerichtet für einen magischen Abend. Die Allianz Arena so laut wie nie, die Choreo der Südkurve unmissverständlich. Aber als die großen Buchstaben des Schriftzugs „Schießt uns ins Finale“ noch nicht mal komplett eingerollt waren, war es schon passiert: Ousmane Dembele traf mit seinem Blitz-Tor zum 1:0 (3.) im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals mitten ins Herz des FC Bayern.

Es half nichts, dass sich die Elf von Vincent Kompany mit allen Mitteln wehrte, und es half auch nichts, dass die Wut von 75.000 Zuschauern nach mehreren strittigen Entscheidungen von Referee João Pinheiro immer größer wurde. Kein Handelfmeter, kein Gelb-Rot für PSG – am Ende stand trotz des Last-Minute-Ausgleichs durch Harry Kane (90.+4) acht Tage nach dem Jahrhundertspiel in Paris das Aus. Der Traum vom Triple ausgeträumt.

Insgesamt 6:5 gewann PSG das Duell der Giganten – die Bayern sind Zuschauer, wenn es am 30. Mai gegen Arsenal um die Wurst geht. Statt der Aussicht auf den Henkelpott gab es Frust und vor allem Ärger. Dieser Abend wird nachwirken – aber anders als die epische Partie in Paris.

Kompany hatte die A-Elf auf den Platz geschickt – einzige Änderung zum Hinspiel: Anstelle von Alphonso Davies verteidigte Konrad Laimer außen. Die sicherere Variante? Nun ja. Schnell der Worst Case: Paris ging mit der ersten Chance in Führung. Über einen Doppelpass mit Fabian Ruiz erreichte der Ball Kvaratskhelia, der Dembele bediente. 0:1 nach drei Minuten, die Abwehr vollkommen überrumpelt. Aber die Arena sang: „Auf geht‘s Bayern, kämpfen und siegen!“

Die Kompany-Elf wollte die Vorgabe von den Rängen umsetzen, aber in der Anfangsphase fehlten bei den Versuchen von Kane und Olise Präzision, Glück und Kreativität. Die besten Chancen der oft zu nervös wirkenden Bayern hatten Diaz (22.) und Olise (27.), aber in der Rückwärtsbewegung schaffte es Kompanys Team trotz aller Bemühungen nicht, die Außenbahnen zuzumachen. Immer wieder konnte PSG Nadelstiche setzen. Es wurde hitzig, Bayern forderte (richtigerweise) Gelb-Rot für Mendes und nach Handspiel im Strafraum Elfmeter (korrekte Entscheidung, da Befreiungsschlag eines Mitspielers vom Tor weg). Aber Referee Pinheiro blieb hart.

Der Portugiese zog nach einer zuvor zu schnell gepfiffenen Abseitsentscheidung immer mehr Unmut auf sich. Kompany schimpfte, Uli Hoeneß tobte auf der Tribüne, es gelang nur schwer, herunterzukommen. Gut, dass Neuer gegen Neves zur Stelle war (34.) und die Gastgeber den Druck noch mal erhöhten. Zwei Musiala-Chancen vor der Halbzeit zeigten: Wir sind noch da!

Paris ging früh ins Zeitspiel – aber einseitig wurde die Partie nicht. Neuer musste gegen Doue (56.) und Co. zur Stelle sein. Die Uhr tickte, und auch wenn Bayern alles gab und vor allem Diaz (69.) nah dran war: Die Wende gelang nicht, immerhin der späte Ausgleich durch Kane (90.+4). Trotzdem: Aus statt Finale, Albtraum statt Triple-Traum. Vorbei mit der Magie.

H. RAIF, V. TSCHIRPKE, M. BONKE, P. KESSLER

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