Im November riss sich Deniz das Kreuzband. © Imago
Kämpfte sich zurück: Tunay Deniz. © Instagram
München – Ein falscher Schritt, ein schmerzerfüllter Schrei – und nichts mehr war wie zuvor. Vielleicht war es rückblickend dieser Moment am 1. November 2025, der den Löwen die Chancen auf den Aufstieg in die Zweite Bundesliga raubte. Kreuzbandverletzung bei Taktgeber Tunay Deniz, das frühe Saison-Aus. Statt nach Giesing ging es für den Familienvater täglich nach München-Solln, wo er die ersten Teile seiner Reha absolvierte.
Doch die Geschichte „Deniz und 1860“ ist noch nicht auserzählt. Die Sechzger gaben vor wenigen Wochen die Vertragsverlängerung mit dem 32-Jährigen bekannt. Mittlerweile kann der Deutsch-Türke schon wieder mit seinen Kollegen auf dem Platz lachen, absolviert individuelles Training. Am 28. Juni soll Deniz zum Vorbereitungsstart wieder voll einsteigen – und ist heiß darauf, es allen Zweiflern zu zeigen: „Ich hatte einfach eine enorme Motivation, es dem ein oder anderen zu beweisen. Viele Menschen haben gesagt: ,Du schaffst es nicht mehr zurück, du bist zu alt dafür.´ Alter ist nur eine Zahl.“ Mit den Physiotherapeuten der Löwen schloss Deniz immer wieder kleinere Wetten ab, gewisse Etappenziele (beim Gewichtheben) zu erreichen. Das ist eine Art der Motivation für mich, um zu zeigen, dass ich dranbleiben will, immer mehr machen möchte.“
Große Zweifel, dass der Club mit ihm verlängern würde, hatte der gebürtige Berliner nicht: „Für mich war schon vor meiner Verletzung klar, dass ich hierbleiben möchte. Im Januar fingen die Gespräche an. Ich bin froh, dass ich mich mit Manfred Paula auf einen neuen Vertrag einigen konnte. Für mich war klar, dass ich bei 1860 bleiben will. Ich habe mit keinem anderen Verein gesprochen.“
Andere Löwen hatten nicht so viel Glück wie Deniz, müssen den Verein am Saisonende verlassen. Der Prominenteste: Jesper Verlaat. Immer wieder erlitt der Kapitän Rückschläge, kehrte niedergeschlagen zu Deniz in den Kraftraum zurück, anstatt sein Comeback auf dem Platz zu feiern. „Ich wünsche Jesper, dass er bei seinem neuen Verein bald wieder auf den Platz zurückkehren kann. Er war eine große Persönlichkeit für diesen Verein, auch in der Außendarstellung. Jeder, der 1860 kennt, kennt auch Jesper Verlaat“, drückt Deniz seine Wertschätzung für den scheidenden Kapitän aus.
Das Vakuum, das Leitlöwen wie Verlaat oder Thore Jacobsen hinterlassen, müssen andere füllen – Deniz zum Beispiel. „Wenn wir ein Spiel verloren haben, haben einige den Kopf in den Sand gesteckt. Daraus müssen wir lernen. Die erfahrenen Spieler müssen vorangehen“, fordert der Rückkehrer, der seinen Sommerurlaub bewusst verkürzt hat und sich noch vor seinen Teamkollegen auf die neue Saison vorbereiten wird. An der Motivation der Nummer 36 soll er nicht scheitern, der nächste Löwen-Angriff.MBU