Auf zum letzten Tanz

von Redaktion

Die Zauberer aus Paris können auch verteidigen – und wollen den Titel verteidigen

Der Architekt des Erfolgs: Dembélé und Co. ordnen sich der Philosophie von Luis Enrique (r.) unter. © Andersen/AFP

„Wir sind eine Familie“: Die Paris-Stars feierten wieder ausgelassen vor der Nordkurve. © Fife/AFP

Paris – Der sonst so strenge Luis Enrique ließ losgelöst die Hüften kreisen, Weltfußballer Ousmane Dembélé und Kollegen tanzten wie nach dem Triumph von 2025 ausgelassen vor der Nordkurve. Nachdem sie den großen FC Bayern entzaubert hatten, nahmen die Fußball-Künstler von Paris Saint-Germain die nächste magische Europacup-Nacht ins Visier. Budapest, wir kommen – und der Henkelpott bleibt Franzose!

Beim Showdown mit dem FC Arsenal in Ungarn begleiten den Titelverteidiger sogar die besten Wünsche der unterlegenen Münchner. „Alles Gute für euch“, sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen zu seinem Pariser Kollegen Nasser Al-Khelaifi und ergänzte: „Jetzt müsst ihr es auch zuende bringen!“

Der PSG-Präsident bedankte sich lächelnd bei „Gentleman“ Dreesen und umarmte ihn. „Wir sind so stolz darauf, es wieder geschafft zu haben“, sagte der Katarer: „Wir haben es verdient, auch wenn sie vielleicht sagen, dass es anders gewesen wäre. Aber wir haben höchsten Respekt vor den Bayern.“

Das gilt auch für die Gunners, die sich der unwiderstehlichen PSG-Offensive im Finale der Champions League am 30. Mai entgegenstellt. „Das ist eine historische Chance für den Verein, aber es wird sicher ein schwieriges Spiel“, sagte Trainer Enrique vor dem Duell mit seinem alten Barca-Kumpel Mikel Arteta, „aber wir glauben an unsere Philosophie. Egal was passiert, wir werden bis zum Ende kämpfen!“

Wie beim 1:1 (1:0) im Halbfinal-Rückspiel, in dem wie immer auch die Zauberer Dembélé, Chwitscha Kvarazchelia und Désiré Doué ihr Verteidiger-Gen zeigten. Enrique sprach von „Charakterstärke“, Doué ergänzte: „Der Trainer will, dass wir Druck machen, angreifen, verteidigen, alles geben und füreinander laufen. So gewinnt man Titel.“

Auch in Budapest? „Der zweite Stern war noch nie so nah“, schrieb die Zeitung Le Figaro, für Le Parisien steht jetzt schon fest: „Sie sind die Bosse“. Und zwar, weil sie ihre Art des Spiels nahezu in Perfektion zelebrieren. „Wir haben alle füreinander gekämpft, das ist unsere Stärke“, sagte Doué, und der Finalheld von 2025 versprach: „Wir ändern unsere Herangehensweise nicht.“

Auch nicht gegen die „starke und komplette Mannschaft“ des FC Arsenal um Nationalspieler Kai Havertz, wie Enrique betonte. Die Gunners, von Paris auf dem Weg zum Titel vor einem Jahr im Halbfinale ausgeschaltet (1:0/2:1), hätten sich „enorm weiterentwickelt, und das ist kein Zufall“ – sondern das Werk von Arteta. „Ich habe großen Respekt vor ihm“, sagte Enrique, der um 0.17 Uhr pfeifend die Münchner Arena verließ.

Zum Trumpf für PSG soll neben spielerischer Klasse und der Leidensfähigkeit auch der Teamgeist werden. Während bei den fast üblichen Krawallen im Großraum Paris 127 Personen festgenommen und elf verletzt wurden, schwärmte Kwarazchelia vom Zusammenhalt der Mannschaft. „Wir sind wie eine Familie“, sagte der georgische Wirbelwind, „und alle stolz aufeinander.“SID

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