Ekstase im Breisgau

von Redaktion

Der SC Freiburg bejubelt historischen Finaleinzug – In Istanbul wartet Aston Villa

Ergriffen: Freiburgs Erfolgstrainer Julian Schuster. © dpa

Matchwinner: Doppeltorschütze Lukas Kübler. © AFP

Magische Nacht: Nach dem Abpfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr – hier brüllt Igor Matanović seine Freude hinaus. © Weller / dpa (2)

Freiburg – Freiburgs Europapokalhelden stimmten sich musikalisch auf ihren Sehnsuchtsort ein. Doch als der Party-Hit „Heute fährt die 18 bis nach Istanbul“ durch die Gänge des Stadions hallte, realisierten Trainer Julian Schuster und seine Mannschaft noch nicht wirklich, was sie da gerade vollbracht hatten. Der SC Freiburg steht im Finale der Europa League. „Wie ein Traum, der jetzt wahr geworden ist“, so beschrieb es Doppeltorschütze Lukas Kübler.

Mit 3:1 (2:0) hatte der Sport-Club Sporting Braga niedergerungen und auch dank 84-minütiger Überzahl das 1:2 aus dem Hinspiel gedreht. Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme, die Fans stürmten den Platz und trugen Abwehrchef Matthias Ginter auf ihren Schultern. „Ein unglaublicher Abend“, schwärmte das Freiburger Urgestein Nicolas Höfler. „Ich kann es gar nicht begreifen – wir im Euro-League-Finale. Wir, der kleine SC Freiburg. Das fühlt sich so geil an!“

„Surreal“ sei die Entwicklung, die der Verein genommen habe, sagte Höfler, der seit 2005 mit nur eine kurzen Unterbrechung in Freiburg spielt. Erfolgstrainer Schuster, der selbst jahrelang als Kapitän auf dem Platz gestanden hatte, stimmte ein: „Ich spüre eine unglaublich große Freude, wenn ich in die Gesichter der Menschen schaue. Das ist das, was überwiegt, und was für alle Ewigkeit bleiben wird.“

Während die Fans beseelt noch bis weit nach 1 Uhr nachts am Stadion für einen Ausnahmezustand sorgten, klangen bei den Spielern die Titelansagen für Istanbul durch. „Wenn du im Finale stehst, willst du auch gewinnen“, sagte Kübler. Im Endspiel wartet am 20. Mai Aston Villa aus England.

Vorher will Freiburg aber noch Platz sieben in der Liga sichern. Unglaublich, aber der akribische Schuster blickte auch im Freiburger Freudentaumel bereits auf das Bundesligaspiel gegen den HSV am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN).

„Selbstverständlich“ erwarte er deshalb alle Spieler pünktlich um 11 Uhr auf dem Trainingsplatz. Das teilte er seinen Schützlingen inmitten der Feierlichkeiten kurz nach Mitternacht mit. „Es war schön bis hierher. Aber es muss weitergehen – sonst würden wir uns in zwei Wochen was vorwerfen.“ Zwar ist durch den möglichen Europa-League-Sieg sogar die Champions League zum Greifen nahe, dennoch benötigt Freiburg Platz sieben, um sicher im kommenden Jahr wieder die Chance auf europäische Nächte zu haben.

Den Fans drückte Schuster aber die Daumen, „dass die Clubs und Bars noch mal aufmachen, damit sie feiern können“ – nur eben vorerst ohne ihre Helden. Die, sagte der Trainer, wären eh brav, er müsse überhaupt nicht die Spaßbremse spielen. „Es ist eher so, dass sie sich beschweren würden, wenn ich morgen frei gebe.“

Das dürfte sich bei einem Erfolg am 20. Mai am Sehnsuchtsort Istanbul ändern.SID

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