Markus Söder macht die Bayernhymne bei Abschlussfeiern von Schulen zur Pflicht. Wenn die Wirtschaft schwächelt, die Infrastruktur bröckelt und die Ölkonzerne die Politik veräppeln, muss zumindest schmissiges Singen für gute Laune sorgen. Die Frage ist halt: Warum bloß die Bayernhymne? Nichts gegen „Stern des Südens“ oder „Mia san die Bayern, heut‘ werden wir feiern“ – aber was ist mit den Löwen oder dem Club? Außerdem können schlaue Schülerinnen und Schüler gegen die Bayernhymne inhaltlich zurecht einiges einwenden. „Forever Number One“ – in Deutschland schon, aber halt nicht in Europa. „Von der Elbe bis zur Isar“ – mag sein, aber was ist mit der Seine und mit der Donau in Budapest? „Ein Schuss, ein Tor, die Bayern“ ist bei 116 Bundesliga-Treffern außerdem völlig untertrieben. Da muss der Ministerpräsident nochmal ran an die Stern-des-Südens-Pflicht.