Zoff um Neujahrsspringen

von Redaktion

Ausrichter SC Partenkirchen will mehr Geld vom DSV

Sieger 2026: Domen Prevc. © Wagner/Imago

Garmisch-Partenkirchen – Neujahrstag ist Skisprungtag – und zwar in Garmisch-Partenkirchen. Was 1922 begann, hat sich zu einer großen Tradition entwickelt. Doch für 2027 wackelt die legendäre Flug-Show, die jährlich 20.000 Fans an die Schanze treibt und viele Millionen vor die TV-Bildschirme lockt, plötzlich.

Wie so oft geht es ums Geld. Der SC Partenkirchen als ausrichtender Verein will vom Deutschen Skiverband (DSV) mehr Kohle für die Ausrichtung. Der DSV zahlt seinen Weltcup-Veranstaltern eine Pauschale, die wurde aber über die vergangenen 20 Jahre nicht angepasst. Ein Problem, das auch der SC Garmisch bei seinen Ski-Weltcups hat.

Die Kosten sind seitdem aber gestiegen. Obendrein muss der SCP neuerdings eine hohe fünfstellige bis niedrige sechsstellige Summe für die Benutzung des Areals an die Marktgemeinde entrichten. Auch hier befindet man sich noch in Verhandlungen über die genaue Zahl. Die zusätzliche Belastung ist fällig, seit die Olympiaschanze abbezahlt ist. Bis dahin hatte der SCP den Bau mitfinanziert und musste daher keine Miete zahlen.

DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach geht zwar davon aus, noch eine „gemeinsame Lösung zu finden“, doch der Zoff um „einige rechtliche und inhaltliche Dinge“ geht immerhin so weit, dass im aktuell auf der Homepage des Skiweltverbands FIS abrufbaren Kalender nur „GER“ (für Germany) aufgeführt wird.

Nach Informationen unserer Zeitung ist ein aktualisierter Kalender mit Garmisch-Partenkirchen als Ausrichter aber bereits beschlossen. Eine Einigung mit dem DSV soll spätestens bis zum FIS-Kongress Mitte Juni folgen. Letztlich braucht man sich eben doch gegenseitig. Schließlich kassiert der DSV die Vemarktungs- und TV-Einnahmen. Dem Club steht der Ticket-Erlös zu.

Brisant: Würde einer der vier Orte (Oberstdorf, Garmisch-P., Innsbruck, Bischofshofen) ausfallen, bräuchte die „Vierschanzentournee“ einen neuen Namen, denn der SCP hat sich seit 2007 das Patent auf den Namen gesichert.MATHIAS MÜLLER, CHRISTIAN FELLNER

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