Hedegart: Der verschwendete Biathlet

von Redaktion

Einar Hedegart sieht sich auch im Biathlon vorn. © Pedersen/Imago

Oslo – Dieses Luxusproblem hätte der neue Biathlon-Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV) Bernd Eisenbichler wohl auch gerne: Neidisch wird der 50-Jährige nach Skandinavien blicken, wo um einen der besten Langläufer der Welt gebuhlt wird. Der Norweger Einer Hedegart hat bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina im Langlauf zweimal Gold (mit Staffeln), aber auch einmal Bronze über 10 Kilometer gewonnen. Das Problem: Der 24-Jährige sieht sich eher als Biathlet – gewann 2023 bei der Jugendweltmeisterschaft zweimal Siber und einmal Gold.

Doch in dem mit Stars gespickten norwegischen Team war damals kein Platz für das große Talent. Die Brüder Johannes Thingnes und Tarjei Boe (mittlerweile zurückgetreten) sowie Sturla Holm Laegreid und Vetle Christiansen waren gesetzt. Die junge Generation um Hedegart hatte wenig Chancen – also schloss sich das Laufwunder dem Langlauf-Team an, machte aber nie einen Hehl daraus, zurück zum Biathlon wechseln zu wollen.

Auch der norwegische Verband will ihn zurück. So weit, so gut. Allerdings hatte Hedegart eine Bedingung: Er wollte einen garantierten Platz im A-Kader. Das wurde ihm im Frühling nicht zugesagt, weswegen Hedegart seinem geliebten Biathlon den Rücken zukehrte. „Es fühlt sich an, als hätte ich mit jemandem Schluss gemacht“, sagte er gegenüber dem Nachrichtenportal VG. Doch dann die Kehrtwende: Hedegart soll weiter offiziell dem Rekruten-Kader angehören, doch er wird eng mit Trainer Aders Överby arbeiten können, um vor allem sein Schießen zu verbessern.

„Ich glaube, ich kann in der nächsten Saison Einzelrennen gewinnen“, erklärte Hedegart beim NRK. „Aber in zwei Jahren werde ich mehr Zeit haben, um schießtechnisch stabiler zu werden und viel mehr Rennen absolviert haben, sodass ich um den Gesamtsieg kämpfen kann“, gibt sich der Norweger selbstbewusst.

Eins ist klar: Während sich die Skandinavier kaum retten können vor vielversprechenden Talenten, träumt der DSV von solch einer Situation. Auf Eisenbichler wartet viel Arbeit im Sommer.ALEXANDER VORMSTEIN

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