ZUM TAGE

Man reiche das Popcorn

von Redaktion

Kritik von Hoeneß an Nagelsmann

Ein Verdacht: Die Firma „HoWe Wurstwaren KG“ in Nürnberg – produziert sie etwa gar nichts mehr, was auf den Grill oder in die Pfanne kommt? Oder hat sie ihre Produktpalette in letzter Zeit erweitert – und zwar um: Popcorn? Denn diese Zutat wird immer gereicht, wenn es um große Unterhaltung geht. Und damit wären wir beim Thema: Uli Hoeneß vs. Julian Nagelsmann. Schon in wenigen Wochen steigt die Nationalmannschaft in die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft ein – und jetzt schon hallt es dem Bundestrainer um die Ohren: Er macht vieles falsch.

„Wenn es Deutschland gelingt, eine Mannschaft zu werden, obwohl der Trainer es nicht geschafft hat, zweimal hintereinander mit derselben Elf zu spielen – dann haben wir eine Chance“, sagt Hoeneß aktuell – und das ist ein giftiger Satz. Weil er die Aussage transportiert: Wenn‘s denn was wird beim Turnier in Amerika, wird es nicht wegen des Trainers geschehen, sondern trotz des Trainers.

Man kann an der Arbeit von Julian Nagelsmann einiges kritisieren – aber das, was Uli Hoeneß ihm konkret vorwirft, hat der Bundestrainer am wenigsten zu verantworten. Um die gewünschte Konstanz bei den Personalien entwickeln zu können, müssten ihm halt über Monate hinweg die relevantesten Spieler auch zur Verfügung stehen. Taten sie aber nicht, weil der umfangreiche (und auch von den Hoeneß-Bayern gebilligte, da ertragreiche) Spielekalender den Körpern zusetzt und Schneisen in jeden Kader schlägt. Nagelsmann hätte sich sicher nicht dagegen gewehrt, schon die WM-Qualifikation mit einer belastbaren Achse zu spielen.

Verbesserungsfähig ist Nagelsmanns Kommunikation. Er hat die Balance noch nicht gefunden – zwischen ehrlicher Auskunftsfreude und diplomatischer Formulierung (wie im Fall Undav). Aber an wen erinnert uns Nagelsmann (38) da? Vielleicht an Uli Hoeneß (74)?

Hoeneß bleibt eben Hoeneß – inklusive des Schlenkers dahin, dass es im eigenen Haus unter Kompany anders und besser läuft. „Wir in Bayern…“ – Uli Hoeneß södert vor sich hin. Die Supermärkte können schon mal Popcorn aufstellen. Neben der Wursttheke.

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