Tom Bischof. © Singer/EPA
Wolfsburg – Der Statistikbogen, der in den Katakomben der Volkswagen-Arena verteilt wurde, hatte es in sich: Die Erwartete-Tore-Quote (Expected Goals) lag bei 3.07:1.85 – für den VfL Wolfsburg! Und es kam noch dicker: In der ersten Hälfte konnten die Hausherren 15 Schüsse vorweisen, von denen fünf sogar aufs Tor gingen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bayern lediglich fünf Schüsse, von denen nur einer aufs Tor flog. Erst nach dem Seitenwechsel polierten die Münchner ihre Statistik auf: Nach Abpfiff hieß es aus bayerischer Sicht 16:17 (Schüsse) und 9:5 (Schüsse aufs Tor).
Linksverteidiger Tom Bischof versuchte zu erklären: „Ich glaube, wir machen einfach nicht mehr die kleinen Basics und dieses Gegenpressing direkt nach dem Ballverlust. Das fehlte uns in letzter Zeit. Das haben wir die ganze Saison über gemacht.“ Auf Nachfrage, ob es an den schwindenden Kräften nach nun 53 Saisonspielen liegt meinte der 20-Jährige, dass das schwer zu sagen sei: „Mir ist das nur von außen aufgefallen. Deswegen machen wir immer diese langen Wege – die sind unnötig! Wenn wir schnelles Gegenpressing machen, haben wir in dieser Saison brutal viele Tore gemacht. So haben wir leider jetzt viele Gegentore kassiert.“
Interessant: Bayern-Chefcoach Vincent Kompany wartete bereits für sein Interview am Spielfeldrand und bekam die Aussagen mit. Als er am Sky-Mikrofon gefragt wurde, ob er der Analyse zustimme, meinte der Belgier kurz und knapp: „Nein, natürlich nicht! Er ist ein junger Spieler und er hat einen Fehler gemacht in diesem Interview.“ Kompany erklärte seine Sicht: „Gegenpressing kannst du nicht 100-mal machen, wenn du einen schnellen Ballverlust hast. Das Problem ist nicht die Intention für das Gegenpressing, sonst würde ich das im Training schon sehen und auch ansprechen.“BOK