Andi Eder: Seine erste richtige WM

von Redaktion

Karriere wieder in Schwung gebracht: Für das einstige Vorzeigetalent ist eine wichtige Rolle vorgesehen

Mannheim – Neulich in der DEL, als die Meisterschaft entschieden war und die Eisbären Berlin Andreas Eder vorschickten, um den Pokal in Empfang zu nehmen: Die Geschichte der Saison hatte ihre Vollendung gefunden. Mit wässrigen Augen und brüchiger Stimme erläuterte Andi Eder, was es ihm bedeutete, die Meisterschaft „im Trikot zu gewinnen, das Tobi zuletzt getragen hat“. Tobias, sein jüngerer Bruder, war 2024 mit Berlin Champion geworden, einige Monate später wurde Krebs diagnostiziert, im Januar 2025 starb Tobi mit 26 Jahren. Andi wechselte im Sommer 2025 von München nach Berlin.

Nun wird der ältere der Eders wieder das Trikot tragen, das Tobi anhatte: das der Nationalmannschaft bei einer WM. Tobias hatte 2024 die WM In Tschechien gespielt, Andreas wurde nun für das Turnier 2026 in der Schweiz nominiert. Einmal war er schon bei einer WM, vor fünf Jahren in Riga. Allerdings durfte er da nur in einem Spiel auflaufen – er empfand es als unbefriedigend. Danach kam immer was dazwischen beim einstigen deutschen Vorzeigetalent des Jahrgangs 1996: Pfeiffersches Drüsenfieber (2022), eine Verletzung kurz vor Turnierstart (2023). Und auch eine längere Formdelle.

Mit nunmehr 30 Jahren kommt Eder zu seiner ersten richtigen WM-Teilnahme. Bundestrainer Harold Kreis sah bei ihm „eine starke Saison und starke Playoffs“. Er schaue da nicht vorrangig auf die Scorerpunkte (obwohl 45 in 69 DEL-Spielen ziemlich gut sind), er sehe: „Beständigkeit, Tempo, er kann physisch spielen.“ Und: „He plays both sides of the puck.“ Heißt: Der Stürmer Eder arbeitet in jede Richtung, auch nach hinten.

Im Interview mit unserer Zeitung hatte Eder im Dezember gesagt, dass er physisch nicht in Bestform in die Saison gegangen sei – die Aufarbeitung von Tobis Tod hatte es ihm erschwert, in den Trainingsrhythmus zu kommen. Doch er verpasste kein Spiel – und fand so sein Spiel. Harold Kreis: „Wenn er mental frei ist, freut es mich für ihn. Er wird bei uns eine wichtige Rolle einnehmen.“GÜK

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