Leibenath gewann mit Gavel (rechts) die Meisterschaft für Ulm. © Puchner/dpa
München/Ulm – Lange waren sie erbitterte Rivalen, ab Sommer machen sie gemeinsame Sache: Thorsten Leibenath verlässt nach 15 Jahren ratiopharm Ulm und schließt sich dem FC Bayern München an. Der 51-Jährige übernimmt das Amt des Sportdirektors und folgt damit auf Dragan Tarlac. Der Serbe wird laut Vereinsangaben „aus persönlichen Gründen“ nach der Saison den FCB verlassen.
„Er hat den Weg unserer Basketballer in einer nicht ganz einfachen Phase mit seiner Art fortgeführt“, sagt Präsident Herbert Hainer über Tarlac, der 2024 nach München kam. Doch auch wenn die Bayern die vergangenen beiden Meisterschaften gewinnen konnten, konnte die von ihm aufgestellte Mannschaft auf dem Parkett die hohen Erwartungen – vor allem international – nicht erfüllen. Zweimal verpasste man in der EuroLeague die Playoffs. Auch der von Hainer fast schon vehement geforderte nationale Pokal blieb dem FC Bayern seitdem verwehrt.
Kurz bevor die heiße Phase um die Meisterschaft beginnt, haben nun beide Vereine mit möglichen Gerüchten aufgeräumt. Ein Aufeinandertreffen in den BBL-Playoffs zwischen Ulms Noch-Sportdirektor Leibenath und dessen neuem Arbeitgeber wäre erst im Finale möglich. Es wäre die Chance auf Revanche für die Ulmer, die 2025 das entscheidende Spiel 5 der Finalserie verloren haben.
Leibenath, der schon als Trainer als einer der besten Talentförderer galt und in Ulm mit dem Orange Campus eine moderne Trainingsstätte initiierte, tauscht im Sommer also orange gegen rot. Dann wird er in München mit höheren Zielen konfrontiert, der internationale Erfolg steht weit oben auf der Liste der Bayern-Führungsriege. Hainer sieht ihn gewappnet für die Aufgabe und bezeichnet seinen neuen Sportdirektor als „einen exzellenten Kenner der nationalen und internationalen Basketballszene“.
Ulms Geschäftsführer Thomas Stoll hingegen schoss gegen Leibenath. Der 59-Jährige kommentierte die Bekanntgabe beider Vereine auf X mit einem Geldregen-Video und einem Link zum bekannten Lied der Toten Hosen „Bayern“. Ein Ende mit Geschmäckle – und das, obwohl die beiden 15 Jahre zusammengearbeitet und 2023 mit der Meisterschaft den ersten Pott nach Ulm geholt haben. Der damalige Trainer hieß übrigens Anton Gavel.
Ein Name, der zuletzt auch mit München in Verbindung gebracht wurde. Gavel trainiert aktuell in Bamberg, der nächste logische Karriereschritt wäre ein Team, das in der EuroLeague antritt. Das gute Verhältnis zwischen Leibenath, der Gavel 2019 nach Ulm lotste (zunächst als Trainer der zweiten Mannschaft), und dem Ex-Bayern-Spieler könnte ein wichtiges Zünglein an der Waage sein. Denn der FCB sucht weiter den Nachfolger von Svetislav Pesic.ALEXANDER VORMSTEIN